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Köhler, Erich

* 28.12.1928, † 16.7.2003
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Karlsbad (ČSR/Karlovy Vary, Tschechien); Vater Porzellanschleifer, Sozialdemokrat, Mutter Buntdruckerin; Lehren als Bäcker, Schneider u. Maler abgebrochen; vom Militär ausgemustert.
1946 Aussiedl. nach Bad Lauchstädt (Sachsen-Anh.); Arbeit in der Landw.; Tramptour durch Westdtl. u. Niederlande; eine Bewerbung bei der frz. Fremdenlegion scheitert; 1950 Rückkehr in die DDR; SED; zunächst Arbeit im Uranbergbau (SAG Wismut), dann wieder in der Mecklenb. Landw.; 1956 erste Buchveröff.; 1958 – 61 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« Leipzig; 1962 – 81 freischaff. Schriftst.; 1977 Heinrich-Mann-Preis; seit 1978 Mitgl. des Vorst. des SV; seit Mitte der 1970er Jahre vom MfS als IM »Heinrich« erf., schrieb u. a. Gutachten zur vom MfS verhinderten Autorenanthologie »Berliner Geschichten« (geplant 1974/76 von  Ulrich Plenz-
dorf,  Klaus Schlesinger,  Martin Stade);
1981 – 90 Arbeit auf einem VEG bei Lübben, gedacht als ein provokatives soziales Experiment, das MfS mißtraute dem Versuch, »direkte Beziehungen zw. Schriftst. u. Arbeiterkl. ohne Vermittlung u. Kontrolle der SED« aufzubauen; 1988 VVO.
1990 Vorruhestand; Mitgl. des VS; 1991 Dt. PEN-Zentrum (Ost); seine Mitgliedschaft behinderte zeitw. die Vereinigung des Dt. PEN-Zentrums (Ost) u. PEN-Zentrums (West); gest. in Alt-Zauche (b. Lübben).
E. K. thematisierte in seinen Arb. das Verhältnis v. Arbeit u. Kunst; seit Anfang der 1960er Jahre verwendete er phantast. Sujets u. verstieß damit gegen kulturpol. Dogmen; mehrere Texte wurden erst 20 Jahre später gedruckt; öffentl. Diskuss. lösten Essays der 1980er Jahre aus, in denen E. K. u. a. den soz. Realismus m. dem »bürgerl. Kriminalroman« gleichsetzte.

Publ.: Der Krott oder Das Ding unterm Hut. Rostock 1976; Hinter den Bergen. Rostock 1976; Kiplag-Geschichten. Berlin 1980; Nichts gegen Homer. Betrachtungen u. Polemiken. Berlin 1986; Blasmagorien. Berlin 1996; Sentenzen kontra Schwarzbuch. Berlin 1998.
AnK

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