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König, Johannes

* 2.4.1903, † 22.1.1966
Diplomat, stellv. Minister für Auswärtige Angelegenheiten

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Arnstadt; alleinerziehende Mutter Arbeiterin; Volksschule; Ausbildung zum Gerber; 1919 FSJ u. KPD; 1919 – 21 Ltr. des KJV in Arnstadt; 1921/22 hauptamtl. KJV-Sekr. in Thür.; 1923/24 Pol.-Ltr. der illeg. KPD in Westthür.; Frühjahr 1924 nach Aufhebung des KPD-Verbots erneut Arbeit als Gerber in Ilmenau u. Ltr. des KPD-UB Arnstadt; 1924 Red.-Volontär bei der »Neuen Ztg.« in Jena u. 1925 Ltr. der Red. in Gotha; 1925/26 2. Pol. Red. der »Soz. Rep.« in Köln; zeitw. auch Red. der KPD-Partei-Wochenztg. in Danzig; anschl. pol. Red. der »Arbeiter-Ztg.« in Mannheim; Anfang 1928 Chefred. der KPD-Ztg. in Remscheid, Ende 1928 Chefred. der KPD-Ztg. »Bergische Arbeiterstimme« in Solingen; 1929 Chefred. von »Kämpfer« Chemnitz; 1930 von »Arbeiterstimme« Dresden; 1930 vom Reichsgericht wegen »Hochverrats« zu anderthalb Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßt in Gollnow; Sept. 1931 – Aug. 1932 Ltr. des gesamten Pressewesens der RGO; 1932/33 erneut Chefred. in Chemnitz; ab Febr. 1933 Ltr. der illeg. KPD im Gebiet Chemnitz; Mai 1933 Verhaftung, bis Okt. 1934 KZ Colditz u. Sachsenburg; Febr. 1936 Verhaftung in Köln, im Herbst 1936 vom Senat des VGH in Dresden zu 20 Mon. Haft verurteilt; nach der Entlassung Aufenthalt in Köln; 1.4.1939 Emigr. nach Shanghai; 1941 – 47 Mitarb. der Fernostabt. der sowj. Nachrichtenagentur TASS; Ltr. der dt. KP-Gruppe.
Aug. 1947 Rückkehr in die SBZ; SED; 1947 – 50 Chefred. der »Sächs. Ztg.«; ab April 1950 Mitarb. des MfAA; 1950 – 55 Botschafter der DDR in der VR China; 1955 – 59 Botschafter der DDR in der UdSSR (Nachf. von  Rudolf Appelt); 1959 – 65 stellv. Minister für Ausw. Angelegenh.; ab 1965 Botschafter der DDR in der ČSSR im Range eines stellv. Ministers; 1954, 1959 u. 1963 VVO.

AnH; HME

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 2. April 1903 in Arnstadt, Sohn einer alleinerziehenden Mutter; Gerber, anschließend arbeitete er in Altenburg. 1919 Beitritt zur FSJ und KPD, 1920/21 Leiter der KJD im UB Arnstadt und von Herbst 1921 bis Herbst 1922 Sekretär der kommunistischen Jugend für den Bezirk Thüringen. Ende 1922 mußte König ausscheiden, da die hauptamtliche Stelle eines Jugendsekretärs von der Partei nicht mehr bezahlt werden konnte. Anschließend wieder Gerber, wurde er Anfang 1923 Leiter des KPD-UB Arnstadt und Leiter der Proletarischen Hundertschaften. Nach dem Herbst 1923 Polleiter der illegalen KPD in Westthüringen, ab Frühjahr 1924 wieder Gerber in Ilmenau und Mitglied der BL Thüringen. Er wurde Ende 1924 Redaktionsvolontär bei der »Neuen Zeitung« in Jena, leitete im Sommer 1925 die Redaktion der Zeitung in Gotha. Von Dezember 1925 bis Herbst 1926 war König zweiter politischer Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln, dann in Danzig Redakteur an der dortigen Partei-Wochenzeitung. Er war ab Ende 1926 Redakteur der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim, ging Anfang 1928 als Chefredakteur zur KPD-Zeitung nach Remscheid, Ende 1928 zur KPD-Zeitung »Bergische Arbeiterstimme« in Solingen, dort aktiv an der Ausschaltung der Brandler-Gruppe beteiligt, die hier einen wichtigen Stützpunkt hatte. Im Sommer 1929 wurde König Chefredakteur der KPD-Zeitung »Der Kämpfer« in Chemnitz und blieb dies bis zur Verschmelzung der drei sächsischen Bezirke zum einheitlichen KPD-Bezirk Sachsen. Wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« im April 1930 zu eineinhalb Jahren Festung verurteilt, die er in Gollnow absaß. Er war nach seiner Freilassung im September 1931 Leiter des gesamten Pressewesens der RGO.
Im August 1932 erneut Chefredakteur der Zeitung »Der Kämpfer«, leitete König ab Februar 1933 die illegale KPD im Gebiet Chemnitz, bis er im Mai 1933 verhaftet wurde und bis Oktober 1934 in »Schutzhaft« war. Danach in Köln (wo seine Frau lebte) aktiv im Widerstand gegen die Nazis. Im Februar 1936 dort verhaftet und im Herbst 1936 vom VGH in Dresden zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt, anschließend wieder nach Köln. Hier verhaftete die Gestapo im Frühjahr 1938 auch seine Frau Henny König, geborene Schwarz (* 19. 2. 1902 – †11.2. 1951), die aus einer jüdischen Handwerkerfamilie stammte, und mit der er seit September 1926 verheiratet war. Mitglied der KPD seit 1922 und bis 1932 im Apparat tätig, sollte sie als »staatsgefährdende Jüdin« aus Deutschland ausgewiesen werden. Da ihr Mann schwer krank war, bat sie um ein halbes Jahr Aufschub. Johannes König lehnte es ab, sich von seiner Frau zu trennen, und wurde deshalb ebenfalls aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Als nach dem Pogrom vom 9.November 1938 die Wohnung demoliert und die Königs erneut bedrängt wurden, emigrierten sie am 1.April 1939 nach Shanghai. Von September 1941 bis Juli 1947 arbeitete Johannes König in der Fernostabteilung der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS als politischer Kommentator beim Sender »Stimme der Heimat«. Er war auch politischer Leiter der kleinen deutschen KPD-Gruppe in Shanghai.
Im August 1947 konnten die Königs nach Deutschland zurückkehren. Er wurde Mitglied der SED und war von Herbst 1947 bis März 1950 Chefredakteur der »Sächsischen Zeitung«. Durch die Jahre seiner Emigration in China und zahlreiche Veröffentlichungen über Fernostprobleme hatte er sich als Asien-Spezialist der SED ausgewiesen. Im April 1950 wechselte König in das DDR-Außenministerium und wurde im Juni 1950 erster Botschafter der DDR in der VR China, von Juli 1955 bis August 1959 Botschafter der DDR in der Sowjetunion und der Mongolei. Nach seiner Rückkehr aus Moskau wurde er Stellvertretender DDR-Außenminister und im April 1965 zum Botschafter der DDR in der Tschechoslowakei ernannt. Er erhielt 1963 den VVO in Gold. Johannes König starb am 22.Januar 1966 in Prag.

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