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Konitzer, Paul

* 1.2.1894, † 22.4.1947
Mediziner, Gesundheitspolitiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Preußisch-Friedland (Krs. Schlochau, Westpr./Debrzno, Polen); Vater Zimmermann u. selbst. Handwerksmstr.; Gymnasium in Kolm an der Weichsel, 1913 Abitur; 1914 ein Semester Jurastudium; Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, Sanitäter, kommandiert zum Med.-Studium in Berlin u. Greifswald; 17.4.1920 ärztl. Approbation; 1920 Prom. am Greifswalder Hygiene-Inst. bei Ernst Friedberger; bis Ende 1920 dort Assistent; Jan. – Juli 1921 Bez.-Fürsorgearzt in Stollberg (Erzgeb.); Stadtmedizinalrat in Hörde-Dortmund; ab 1926 Stadtarzt in Magdeburg; 1928 hier Stadtmedizinalrat u. Sportarzt; veröff. zur kommunalen Gesundheitsverw., der Sozialhygiene u. des Öffentl. Gesundheitswesens; 1928 SPD; 1933 entlassen, einwöchige »Schutzhaft«; 15.9.1933 prakt. Arzt in Dresden-Blasewitz; 1939 Wehrmacht, Stabsarzt u. beratender Hygieniker in Kriegsgefangenenlagern.
1945/46 SPD/SED; Juli – Aug. 1945 Staatssekr. u. Ltr. der Abt. Gesundheitswesen der Landesverw. Sachsen; Aug. 1945 Ltr. der Abt. für Gesundheitswesen beim Präs. der Dt. ZV; 24.8.1945 – 18.2.1947 Präs. der Dt. ZV für das Gesundheitswesen in der SBZ; Febr. 1947 vom MGB in Berlin verhaftet, zentrale U-Haftanstalt des MGB in Berlin-Hohenschönhausen u. in Dresden interniert wegen angebl. Mitverantw. für Mangelernährung u. Seuchengeschehen in Kriegsgefangenenlagern; 22.4.1947 während der U-Haft in Dresden gest.

Publ.: Zur Theorie u. Praxis der neueren serodiagnostischen Methoden der Syphilis, insbes. der Meinicke- u. Sachs-Georgischen Reaktion. Jena 1920; Das Gesundheitswesen der Stadt Magdeburg. Düsseldorf 1928; Die Aufgaben der Dt. Zentralverw. für das Gesundheitswesen in der sowj. Besatzungszone. In: Dt. Gesundheitswesen (1946) 1; Rudolf Virchow als Gesundheitspolitiker. In: ebenda.
Sek.-Lit.: Ernst, A.-S.: »Die beste Prophylaxe ist der Soz.«: Ärzte u. med. Hochschullehrer in der SBZ/DDR 1945 – 1961. Münster u. a. 1997.
PeS

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