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Koplowitz, Jan

(Ps. Gulliver)
* 1.12.1909, † 19.9.2001
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bad Kudowa (Krs. Glatz, Niederschles./ Kudowa Zdrój, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Hausdiener, Stiefvater Kurhotelbesitzer; Mutter Hotelbesitzerin (im KZ Auschwitz ermordet); priv. höhere Knaben- u. Mädchenschule in Sackisch, ab 1923 Eichendorf-Oberrealschule in Breslau; 1925 KJV; 1926 Abitur; Lehrerprüfung; danach vorwiegend als Journalist tätig; 1928 BPRS; 1929 KPD; 1930 – 32 Red. der »Schles. Arbeiterztg.«; Arbeit für Agit.-Prop.-Gruppen; mehrmals verhaftet; 1933 Emigration in die ČSR; in Prag Agit.-Prop.-Arbeit unter Anleitung von Egon Erwin Kisch; 1934/35 illeg. Arbeit in Österreich; 1939 Flucht nach Polen, dann über Schweden nach Großbritannien; 1940 im Lager Huyton interniert; Arbeit in versch. Berufen, dabei schriftst. Tätigkeit (Reportagen »Short stories« 1944).
1947 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); SED; Journalist; Kulturarbeit in der Max-Hütte Unterwellenborn; Ltr. der Rundfunksendung »Betriebs- u. Dorfabend«; Red. der »Tägl. Rundschau«; Vors. der Komission für Kulturelle Massenarbeit in der DDR; zeitw. künstler. Dir. der Berliner Konzert- u. Gastspieldirektion; danach freischaff. Schriftst.; Förderer der Bew. schreibender Arbeiter; Verf. zahlr. Erzählungen u. Reportagen über den »soz. Aufbau«, z. B. Koll.-Arbeit »Städte machen Leute« (1969) über den Aufbau von Halle-Neustadt; Popularität erlangt v. a. der autobiogr. gefärbte Gesellschaftsroman »Bohemia – mein Schicksal« (1979, verfilmt 1981); ab Mitte der 1960er Jahre beim MfS als IM »Pollak«, ab 1970 als IMS »Jan, später als IMB »Pollak« erf., häufig auch international eingesetzt; VVO; 1989 NP; Ehrenbürger von Kudowa Zdrój; gest. in Berlin.

Publ.: Geschichten aus dem Ölpapier. Halle 1972. Das Brot der fremden Länder. Auswahl von Texten. Halle 1989; Bestattungskosten. Berlin 1994.
Sek.-Lit.: Walther, J.: Sicherungsbereich Literatur. Berlin 1996; Klein, M.: J. K. in: UTOPIE kreativ (2001) 134.
BRB

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