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Kossok, Manfred

* 18.5.1930, † 27.2.1993
Historiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Hilfsmaschinist; 1945 Lehre als Schuhmacher; 1945 – Jan. 1947 Internierungslager in Schles.; 1947 Umsiedl. in die Lausitz; 1949 SED; 1950 Abitur in Hoyerswerda; 1950 – 54 Studium der Geschichte, Lit. u. Philos. an der Univ. Leipzig; 1954 – 58 Assistent; 1955 Ergänzungsstudium an der Univ. Köln; 1957 Prom. mit einer Studie über die »sozialökon. Struktur des Vizekönigreiches Río de la Plata«; 1958 – 62 Oberassistent; seit 1961 Ltr. der Abt. Lateinamerika am Inst. für Allg. Geschichte der KMU Leipzig; 1962 Habil. über die Pol. der dt. Staaten unter der Heiligen Allianz gegenüber Lateinamerika; 1962 Doz.; 1963 Prof. mit Lehrauftrag; 1964 – 68 Prorektor für Ges.-Wiss.; 1966 Prof. mit vollem Lehrauftrag; 1966 – 69 Ltr. der Sekt. Asien-, Afrika- u. Lateinamerikawiss. der KMU; 1969 ord. Prof.; 1970 – 90 Ltr. des Lehrstuhls Allg. Geschichte u. Geschichte der internat. Arbeiterbew.; 1971 – 90 Ltr. der Forschungsgr. Vergleichende Geschichte der Neuzeit; 1972 Korr. Mitgl. der DAW; 1973 Präs. des Solidaritätszentrums für das Volk Chiles; 1974 – 90 Vors. des Beirats für Geschichtswiss. beim Min. für HFS-Wesen; 1975 Ord. Mitgl. der AdW, 1976 – 90 Ltr. des Interdisz. Zentrums für vergleichende Rev.-Geschichte Leipzig; 1976 – 90 Mitgl. des HFS-Rats der DDR; 1977 NP; nach schwerer Erkrankung seit 1981 Dialysepatient; 1986 Stern der Völkerfreundschaft; 1988 Andrés-Bello-Orden Venezuelas für Verdienste um die Wiss.; 1989 Mitgl. der Nat. Akad. für Geschichte Venezuelas; Dr. h. c. der Univ. Huacho (Peru).
1990 – 92 Dir. des Inst. für Universal- u. Kulturgeschichte der Neuzeit; bis zu seinem Tode Lehrtätigkeit an der Univ. Leipzig; Gastprof. in Chile, Kolumbien, Kuba, Peru, Uruguay, Spanien, Frankreich u. an der Univ. Köln.
M. K. gilt als einer der internat. anerkanntesten Vertreter der DDR-Geschichtswiss.; er war u. a. Hrsg. der »Studien zur Rev.-Geschichte«, 11 Bde., Berlin 1969 ff.; sein Werk, das der marxist. Methode u. Geschichtsauffassung verpflichtet ist, umfaßt mehr als 600 Publ., v. a. zur neuzeitl. Geschichte Lateinamerikas u. Spaniens, zur vergleichenden Kolonial- u. Rev.-Geschichte, zur Geschichte der Frz. Rev. sowie zu methodolog. Problemen der Welt- u. Globalgeschichte; der streitbare Schüler -> Walter Markovs gilt mit seinem universalgeschichtl. Ansatz als eine Ausnahmeerscheinung der dt. Geschichtswiss.

Publ.: Im Schatten der heiligen Allianz. Berlin 1964; Allg. Geschichte der Neuzeit 1500 – 1917. (Ltr.) Berlin 1986; In Tyrannos. Berlin 1989; Am Hofe Ludwig XIV. Stuttgart 1990; Das Jahr 1492. Leipzig 1992; Ausgewählte Schriften. Bd. 1 – 3. Leipzig 2000 (mit Bibliogr.).
ISK

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