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Krenz, Egon

* 19.3.1937
Generalsekretär des ZK der SED, Vorsitzender des Staatsrats

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Kolberg (Hinterpommern / Kołobrzeg, Polen); Vater Schneider; 1943 – 53 Grundschule in Kolberg u. Damgarten; 1948 Kinderlandbew. Pionierorgan.; 1953 FDJ; Maschinenschlosser im Dieselmotorenwerk Rostock; 1953 – 57 Schüler am Diesterweg-Inst. in Putbus (Krs. Rügen); Sekr. der FDJ-GO; St.-Ex.; 1953 Kandidat, 1955 SED; 1956 Mitgl. der FDJ-KL; 1957 – 59 NVA, FDJ-Funktionen auf Div.-Ebene, Uffz.; 1959/60 2., dann 1. Sekr. der FDJ-KL Bergen; 1960/61 1. Sekr. der FDJ-BL Rostock (Nachf. von Gerhard Mendl) u. Kand. des Büros der SED-BL Rostock; 1961 – 64 u. 1967 – 71 Sekr. des ZR der FDJ; ab 1963 Ltr. des Büros für Schulen, HS u. Univ., später für Agit./Prop.; 1964 – 67 PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1971 – 73 Vors. u. Sekr. der Pionierorg. »Ernst Thälmann« (Nachf. von  Werner Engst); 1971 – 73 Kand., 1973 – 89 Mitgl. des ZK der SED; ab 1971 Mitgl. der Jugendkommission des PB des ZK der SED; 1973 – 83 1. Sekr. des ZR der FDJ (Nachf. von  Günther Jahn); 1971 – Jan. 1990 Abg. der Volkskammer; 1971 – 81 Mitgl. des Präs.; 1971 – 76 Vors. der FDJ-Fraktion (Nachf. von Johannes Rech); 1976 – 83 Kand., 1983 – 89 Mitgl. des PB des ZK der SED; Sekr. des ZK (Nachf. von  Paul Verner), zuständig für Sicherheitsfragen, Jugend, Sport, Staats- u. Rechtsfragen; ab 1983 Mitgl. des NVR; 1983 KMO; 1984 stellv. Vors. des Staatsrats; 18.10. – 3.12.1989 Gen.-Sekr. des ZK der SED; 24.10. – 6.12.1989 Vors. des Staatsrats der DDR u. Vors. des NVR (jeweils als Nachf. von  Erich Honecker); 21.1.1990 Ausschl. aus der SED-PDS.
Ab 1990 publ. tätig; zeitw. Mitarb. eines Berliner Unternehmens; arbeitslos; 8.7.1995 Anklage wegen »Totschlags u. Mitverantw. für das Grenzregime der DDR«, am 25.8.1997 Verurteilung zu sechseinhalb Jahren Gefängnis wegen Totschlags in vier Fällen, Verhaftung im Gerichtssaal; Antrag auf Revision; 8.11. 1999 bestätigte der BGH das Urteil; 11.1.2000 BVG lehnte E. K.s Verfassungsbeschwerde ab; 13.1.2000 Haftantritt in der JVA Berlin-Hakenfelde in Berlin-Spandau; 24.1.2000 – 18.12. 2003 Haft in der JVA Plötzensee in Berlin, als Freigänger beim Flughafen Berlin-Tegel bei der Fluggesellsch. Germania tätig, vorzeitig entlassen; lebt in Dierhagen (b. Rostock).

Publ.: Das Wohl des Volkes ist unser elementarer Leitsatz. Berlin 1989; Wenn Mauern fallen. Wien 1990; Ich war u. bin Soz. Reden, Kommentare, Anmerkungen von E. K. u. über ihn – ein Sittenbild unserer Ges. Kückenshagen 1997; Herbst ’89. Berlin 1999; Widerworte: aus Briefen u. Zeugnissen 1990 bis 2005. Berlin 2006; Gefängnis-Notizen. Berlin 2009.
Sek.-Lit.: Rudorf, R.: Krenzfälle – die Grenzen der Justiz. Berlin 2002.
HME

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