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Kretschmann, Kurt

* 2.3.1914, † 20.1.2007
Naturschützer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1928 – 31 Zuschneiderlehre; anschl. bis 1933 im Beruf tätig; Vegetarier u. Pazifist; 1933 – 40 Gelegenheitsarbeiten, Wanderungen durch Dtl., die Schweiz u. Oberitalien; ab 1937 unter Aufsicht der Gestapo; 1940 Verweigerung der Arbeit in einer Munitionsfabrik, Arbeitsverpflichtung auf einem Flugplatz; 1941 – 45 Kriegsteiln. an der Ostfront; Jan. 1945 während eines Heimaturlaubs desertiert; Mai bis Aug. 1945 sowj. Gefangenschaft in Landsberg (Warthe), Mitarbeit an einer antifa. Lagerztg.
1945 KPD; bis März 1946 hauptamtl. Sekr. der KPD-KL Oberbarnim; ab 1946 SED; ehrenamtl. Naturschutzarbeit u. publizist. Tätigkeit; 1949 Krs.-Beauftr. für Naturschutz in Bad Freienwalde; 1951 Naturschutzbeauftr. der Landesreg. Brandenb. (Wanderausstellung; erster Naturlehrpfad in der DDR; Initiative zur Kennzeichnung von Naturdenkmälern u. -schutzgeb. mit dem Symbol der Waldohreule, welches 1954 als gesetzl. Norm eingeführt wurde); 1952 – 54 Ref. für Landeskultur u. Naturschutz in der DAL-Direktion, beteiligt an der Ausarbeitung des ersten Naturschutzgesetzes der DDR sowie an der Konzeption für einen Naturpark Sächs. Schweiz, die jedoch nicht realisiert wird; 1954 – 60 gem. mit Ehefrau Erna K. Aufbau u. Ltg. der Zentr. Lehrstätte für Naturschutz Müritzhof (Krs. Waren) als erste derartige Einrichtung in Dtl.; ab 1960 Aufbau des priv. Projekts »Haus der Naturpflege« in Bad Freienwalde, das ab 1982 als staatl. Einrichtung weitergeführt wird; 1974 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1979 Gründung u. anschl. Ltg. eines Arbeitskrs. Weißstorch im KB, später in der Ges. für Natur u. Umwelt; 1979 Rentner.
1990 Mitgl. des Ehrenpräs. des Naturschutzbunds Dtl. (NABU); 1991 1. Umweltpreis des Landes Brandenb. u. 1993 Europ. Umweltpreis (jeweils gem. mit Erna K.); Ehrenpräs. des NABU; 2004 Kandidat für den Dt. Umweltpreis; gest. in Bad Freienwalde.
Wichtige Vorarbeiten für das 1990 von  Michael Succow initiierte Naturpark-Programm; ca. 2.000 Veröff. in Ztg. u. Ztschr. sowie 60 Broschüren; an K. K.s Naturschutzprojekten hatte Erna K. durch finanz. u. fachl. Unterstützung maßgebl. Anteil.

Publ.: Zwei Naturlehrpfade. Leipzig 1956; Der naturnahe Garten mit Kompostwirtschaft u. Regenwurmzucht. Berlin 1990; Zehn Jahre Kampf u. Widerstand gegen den dt. Militarismus. Eberswalde 1992 (Lebenserinnerungen); Ein Leben in Harmonie. Neuenhagen 1999.
SiK

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