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Kreutzer, Hermann

* 3.5.1924, † 28.3.2007
Sozialdemokrat, Opfer stalinistischer Repression

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Saalfeld (Thür.) in einer sozialdemokrat. Familie; als Jugendlicher im antifasch. Widerstand aktiv; 1942 Einberufung zum Kriegsdienst, 1945 Verurteilung zu 10 Jahren Festungshaft wg. Wehrkraftzersetzung.
Juli 1945 SPD; Ltr. der Abt. Kommunalpolitik des Landkrs. Saalfeld; April 1946 SED, zugleich Ltr. einer illeg. SPD-Org. in Thüringen; 4.4.1949 Verhaftung durch die sowj. Geheimpolizei, U-Haft in Weimar; 31.8.1949 zus. mit seinem Vater u. drei weiteren Sozialdemokraten durch das Sowj. Militärtribunal Weimar zu 25 Jahren Haft verurteilt, Überstellung ins Speziallager Bautzen, bis 1954 Haft im Zuchthaus Bautzen u. im Lager X in Berlin-Hohenschönhausen, anschl. bis 31.5.1956 im Zuchthaus Brandenburg; danach Übersiedl. nach West-Berlin; SPD-Kreisvors. in Berlin-Tempelhof; 1961 MdB; 1967 als Ministerialdir. im Min. für Gesamtdt. Fragen verantw. für den Freikauf polit. Häftlinge aus der DDR; 1968 Mitbegr. des Kurt-Schumacher-Kreises; 1980 Protest gegen Kontakte der SPD-Führung zur SED, Mitbegr. des Seeheimer Kreises, ruft 1981 zur Wahl der CDU in Berlin auf, daraufhin Ausschluß aus der SPD; 1982 Mitbegr. der Gesell. für soziale Demokratie.

Publ.: In Deutschland. Aufschlüsse über politische Ereignisse u. Personen in sechs Jahrzehnten für Freiheit. Berlin 2002.
Sek.-Lit.: Ploog, S.: H. K. In: Kowalczuk, I.-S., Sello, T. (Hrsg.): Für ein freies Land mit freien Menschen. Berlin 2006.
BeF

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