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Lange, Fritz

* 16.12.1899, † 25.7.1987
Physiker, Präsident der Biophysikalischen Gesellschaft

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Beamter im Ausw. Amt; 1918 Abitur, anschl. Studium der Physik in Freiburg, Kiel u. Berlin, dort 1924 Prom. mit einer Arbeit zur Tieftemperaturphysik bei Walther Nernst; bis 1924 Assistent am Physikal. Inst. der Berliner Univ.; 1931 Reise in die UdSSR u. sporad. Kontakte zur KPD; 1933 Flucht aus Berlin, 1935 endgültige Emigr. über England in die UdSSR; Fortsetzg. der physikal. Forschungen am Physikal.-techn. Inst. in Charkow; 1940 Eingabe an die sowj. Regierung, die auf die Bedeutung der Urankernspaltung aufmerksam machte, Beteil. am sowj. Atombombenprogramm, u. a. Entw. des sog. Langeschen Trennverfahrens zur Isotopentrennung; 1952 Prof. in Dnepropetrowsk, ab 1953 Mitarb. am Elektrotechn. Allunionsinst. in Moskau.
1959 Rückkehr nach Dtl.; Berufung zum Dir. am Inst. für Medizin u. Physik der DAW in Berlin-Buch, dort insb. biophysikal. Forschungen, die L. zu einem Pionier des Fachgebiets in der DDR machen; ab 1960 Mitgl. des wiss. Rats zur friedl. Anwendung der Atomenergie; 1963 – 67 Gründungspräs. der Biophysikal. Ges.; 1960 Wahl in den Forschungsrat; 1980 VVO; gest. in Berlin.
Forschungen in Bereichen der Kern- u. Biophysik, insb. zur Nutzung hoher Spannungen für die Erzeugung hochenerget. Teilchen für die Untersuchung von Kernprozessen, die Strahlentherapie sowie die Entw. von Isotopentrennverfahren (Langesches Trennverfahren; Gegenstromzentrifuge).

Sek.-Lit.: Kahrig, E., Erpenbeck, J.: Das Trennverfahren nach F. L. Berlin 1974; F. L. In: Pasternak, L. (Hrsg.): Wissenschaftler im biomedizin. Forschungszentrum: Berlin-Buch 1930 – 2004. Frankfurt (Main) 2004; Hoffmann, D.: Die Remigration von (Natur-)Wissenschaftlern in die DDR: das Beispiel der Physiker Martin Strauss, F. L. u. Klaus Fuchs. In: Schleiermacher, S., Pohl, N. (Hrsg.): Medizin, Wiss. u. Technik in der SBZ u. DDR. Husum 2009.
DiH

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