Biographische Datenbanken

Benjamin, Hilde

geb. Lange
* 5.2.1902, † 18.4.1989
Ministerin für Justiz

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bernburg; Vater Prokurist u. Dir.; Volksschule, Lyzeum u. Studienanstalt Berlin-Steglitz, Abitur; 1921 – 24 Studium der Rechtswiss. an den Univ. Berlin, Heidelberg u. Hamburg; Mitgl. im Soz. Studentenbund; 1924 Referendarsexamen in Berlin-Wedding; 1926 Heirat mit Georg Benjamin; 1927 Assessor-Examen; Nov. 1927 KPD; 1928 – 33 Rechtsanwältin in Berlin-Wedding (Sozius ihrer Anwaltskanzlei war  Götz Berger), u. a. Verteidigerin einer Beklagten im Mordfall Horst Wessel; Anwältin der RH; 1931/32 Lehrerin an der MASCH; 1933 Berufsverbot; illeg. pol. Arbeit; 1934 – 39 jur. Beraterin der sowj. Handelsges. in Berlin; 1939 – 45 als Angest. in der Konfektionsindustrie dienstverpflichtet.
Mai 1945 Staatsanwältin in Berlin-Lichterfelde; Okt. 1945 Vortragender Rat in der Dt. ZV für Justiz, ab Aug. 1946 dort kommissar. Ltr., 1947 – 49 Ltr. der Abt. Kader; 1946 SED; 1948 Mitgl. des DFD-BV, Ltr. der Juristinnenkommission; 1949 – 53 Vizepräs. des Obersten Gerichts, Vors. in einer Reihe von Schauprozessen, so 1950 gegen die Zeugen Jehovas u. 1952 die Burianek-Gruppe, mitverantw. für schwere Urteile; 1949 – 67 Abg. der (Prov.) Volkskammer, Ltr. der Gesetzgebungskommission, die Gerichtsverfassungsgesetz, Jugendgerichtsgesetz u. Strafprozeßordnung von 1952 ausarbeitete; 1952 Dr. jur. h. c. der HU Berlin; 1952 Mitgl. des Jur. Arbeitskrs. der DAW; 15.7.1953 – 13.7.1967 Min. der Justiz (Nachf. von  Max Fechner); 1954 – 89 Mitgl. des ZK der SED; 1962 VVO; 1962 Mitgl. des ZV der VDJ; 1963 Vors. der Kommission zur Ausarbeitung des neuen Strafgesetzbuchs; Aug. 1967 Vors. der Gesetzgebungskommission beim Staatsrat; Aug. 1967 Verdienstmedaille der Organe des MdI; ab 1967 Prof. u. Ltr. des Lehrstuhls »Geschichte der Rechtspflege« an der DASR Potsdam; Febr. 1972 Ehrenspange zum VVO; Febr. 1977 KMO; Dez. 1979 Verdienter Jurist der DDR; Febr. 1982 Stern der Völkerfreundschaft; Febr. 1987 KMO; gest. in Berlin.

Publ.: Georg Benjamin. Berlin 1978; Geschichte der Rechtspflege (in der DDR) (Ltr. des Autorenkoll.). 3 Bde. Berlin 1976, 1980, 1986; Aus Reden u. Aufsätzen. Berlin 1982.
Sek.-Lit.: Werkentin, F.: Pol. Strafjustiz in der Ära Ulbricht. Berlin 1995; Feth, A.: H. B. – Eine Biogr. Berlin 1997; Brentzel, M.: Die Machtfrau. H. B. 1902 – 1989. Berlin 1997; Wentker, H.: Volksrichter in der SBZ/DDR 1945 bis 1952. München 2001; Amos, H.: Kommunist. Personalpolitik in der Justizverwaltung der SBZ/DDR (1945 – 53). In: Bender, G. (Hrsg.): Recht im Sozialismus. Frankfurt (Main) 1999; Schlüter, H.: Zwischen Recht u. Unrecht. Lebensläufe dt. Juristen. Düsseldorf 2004.
BRB; HME

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis