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Langhoff, Matthias

* 5.3.1941
Regisseur, Theaterleiter

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Zürich; Vater  Wolfgang L. u. Bruder  Thomas L. Regisseure u. Schauspieler; SED; 1961 von  Helene Weigel als Regieassistent ans Berliner Ensemble verpflichtet; 1963 erste Regiearb. zus. mit  Manfred Karge, mit dem L. auch später ein Regieduo bildet; 1968 Theatereklat um die gemeinsame Bearb. von Aischylos »Sieben gegen Theben«, die als Kritik am Einmarsch sowj. Panzer in Prag gedacht ist; danach zus. mit Karge Beendigung der Arbeit am Berliner Ensemble; 1969 – 78 an der von  Benno Besson geleiteten Berliner Volksbühne, inszeniert hier mit Karge u. a. Ostrowskis »Der Wald« (1969), Schillers »Die Räuber« (1971), Shakespeares »Othello« (1972), Ibsens »Die Wildente« (1973) u. »Die Schlacht / Traktor« von  Heiner Müller (1975); 1975 Kunstpreis der DDR (zus. mit Karge); 1976 Mitunterz. der Petition gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; lebt u. arbeitet danach mit Dauervisum hauptsächl. in der Bundesrep. Dtl.
1978 am Schauspielhaus Hamburg, u. a. Kleists »Prinz Friedrich von Homburg«; inszeniert mit Karge in Genf; 1980 – 83 zus. mit Karge Oberspielltr. am Schauspielhaus Bochum, 1980 Uraufführung von  Thomas Braschs »Lieber Georg«, 1983 von Heiner Müllers »Verkommenes Ufer?«, 1985 letzte Regiearb. mit Karge; danach Gastinszenierungen u. a. in Hamburg u. Genf; 1989 – 91 Theaterltr. in Lausanne; in der Spielzeit 1992/93 zus. mit Fritz Marquardt, Peter Palitzsch, Peter Zadek u. Heiner Müller Ko-Dir. des Berliner Ensembles; lebt in der Schweiz
u. in Frankreich; 1993 »Drei Schwestern« (Tschechow) am Théatre de la Ville in Paris; 1995 franz. Staatsbürger; 1996 an der Comédie Française »Totentanz« von Strindberg; 2002 Collage »Lenz, Leonce und Lena«; Mitgl. der AdK; Tochter Anna L. (geb. 1965) Regisseurin u. Autorin.

Publ.:  La poétique des m. L. Paris 1994.
MaB; ChK

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