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Lemmer, Ernst

* 28.4.1898, † 18.8.1970
2. Vorsitzender der CDU

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Remscheid; Vater Architekt; Realgymnasium in Remscheid, Notabitur; 1914 – 18 Kriegsfreiw., Wehrdienst, zul. Ltn.; 1918 Mitgl. eines Soldatenrats, Delegierter zum Kongreß der Arbeiterräte Essen; 1919 Mitgl. der Jungdemokraten, Vors.; Mitbegr. des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold; Mitgl. der DDP, ab 1930 Dt. Staatspartei; 1919 – 22 Studium der Theol., Gesch. u. Nationalök. in Marburg u. Frankfurt (Main); Volontariat bei der »Frankfurter Ztg.« u. a. Ztgn.; 1922 – 33 Gen.-Sekr. des Gewerkschaftsrings Dt. Arbeiter-, Angest.- u. Beamtenverb. (Hirsch-Dunckersche Gewerkschaft); Dez. 1924 – Nov. 1932 u. März – Juli 1933 Abg. des Dt. Reichstags, stimmte 1928 für den Bau des Panzerkreuzers A u. 1933 für das »Ermächtigungsgesetz«; 1927 Vors. der Jungdemokraten beim Reichsjugendtag in Heidelberg; ab 1933 Auslandskorrespondent für die Ztgn. »Pester Lloyd« (Budapest), »Neue Zürcher Ztg.« u. »Le Soir« (Belgien); Verbindung zu Widerstandsgr.
1945 2. Bürgermstr. von Kleinmachnow, Mitbegr. der CDU in Berlin; in ihrem PV bis Aug., Dez. 1946 – Dez. 1947 2. Vors. der CDU, von der SMAD abgesetzt, u. a. nach Ablehnung der Teiln. am ersten Dt. Volkskongreß; 1945 – 49 Mitgl. des Gründungsaussch. u. 3. Vors. des FDGB (HA Presse, Rundfunk); 1948/49 Vizepräs. des KB; 1946 – 49 Abg. des Landtags Brandenb.; Mai 1949 Übersiedl. von Kleinmachnow nach Berlin (West); 1949 – 56 Chefred. der Ztg. »Der Kurier«; 1950 – 69 Mitgl. des Abgeordnetenhauses von West-Berlin u. Vors. der CDU-Fraktion; 1950 – 61 stellv. Vors., seit 1961 Vors. der Exil-CDU; 1952 – 70 (West-) Berliner Vertreter im Bundestag; 1953 Deleg. zum Europarat; kandidierte am 16.11.1954 bei der Wahl des Bundestagspräsidenten erfolglos auf Vorschlag der FDP gegen den »offiziellen« Kand. der CDU/ CSU; 1950 – 56 stellv. Vors., 1956 – 61 Vors. des CDU-Landesverb. Berlin (West); 15.11. 1956 – 29.10.1957 Bundesmin. für Post- u. Fernmeldewesen (Nachf. von Siegfried Balke), 29.10.1957 – 11.12.1962 für Gesamtdt. Fragen (Nachf. von  Jakob Kaiser); 19.2.1964 – 26.10.1965 für Vertriebene, Flüchtlinge u. Kriegsgeschädigte (Nachf. von Hans Krüger), 1965 – 69 Sonderbeauftr. des Bundeskanzlers für Berlin (West); gest. in Berlin-Zehlendorf; Tochter Ingeborg L. verh. mit Gerhard Löwenthal.

Publ.: Berlin am Kreuzweg Europas, am Kreuzweg der Welt. Berlin 1957; Manches war doch anders. Frankfurt (Main) 1968; Skat Taktik. Erfahrungen u. Gedanken eines passionierten Spielers. Stuttgart 1969.
Sek.-Lit.: Nationalrat der Nat. Front: E. L. Goebbels-Journalist, Nazi-Spitzel, Revanche-Minister. Berlin 1964.
HME

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