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Leschnitzer, Franz

* 12.2.1905, † 16.5.1967
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in in Posen (Poznań, Polen); Vater Apotheker; Volksschule u. Humanist. Augusta-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg; nach dem Abitur 1924 kurzz. Lehrling in einer Berliner Ölfirma; Okt. 1924 – 30 Studium der Nationalökon. u. Jura, Nebenfächer Germanistik u. Philos. an der Univ. Berlin; ab 1925 ständ. Mitarb. der satir. Wochenschr. »Der Drache«, der Wochenschr. »Die Weltbühne«, »Die Neue Generation«, »Die Friedenswarte« u. a. Ztgn.; Mitgl. der Dt. Friedensges.; Juni 1926 Mitgl. der Gruppe Rev. Pazifisten u. 1927 der Roten Studentengr.; wurde 1930 aus pol. Gründen nicht durch das Referendarexamen gelassen; 1930 Mitgl. der IAH; Febr. – Okt. 1931 Red.-Sekr. der IAH-Ztg. »Der Rote Aufbau«; 1931 – 42 KPD; Ende 1931 – Anf. 1932 Reise durch die UdSSR (IAH-Delegation); hielt 1932/33 jurist. liter.-geschichtl. Vorlesungen an der MASCH Berlin; März 1932 – März 1933 Sekr. des Dt. Kampfkomitees gegen Krieg u. Fasch. in Berlin; Aug. 1932 Teiln. am Antikriegs-Kongreß in Amsterdam u. Dez. 1932 Antikriegs-Konferenz in Paris; 1932 Mitgl. des BPRS u. dessen Reichsfraktionsltg. u. im Bund der Freunde der Sowjetunion; wegen drei laufender U-Verfahren März 1933 Flucht nach Wien; ab Mai 1933 in Brünn (b.  Johannes R. Becher) u. Prag; gehörte dort zu den ersten Mitarb. der Emigr.-Ztg. »Der Gegen-Angriff«; Ende Mai 1933 Emigr. nach Moskau; dort als Vertreter des dt. BPRS u. als 2. Red. der dt. Ausgabe der »Internat. Lit.«; Juni 1933 – Juli 1941 Red.-Ref. der Ztschr. »Internat. Lit.« in Moskau (unter Johannes R. Becher); 1933/34 auch Lehrer an der dt. Karl-Liebknecht-Schule in Moskau; 1934 Mitgl. des sowj. Schriftst.-Verb.; Juli – Okt. 1941 Literaturred. im Verlag Meschdunarodnaja Kniga in Moskau; Febr. 1942 – April 1943 Lehrer am Fremdsprachenlehrstuhl der Militärakad. für Motorisierung u. Mechanisierung in Taschkent; im Aug. 1942 durch das ZK der KPD in Moskau Parteiausschl. »wegen Mangels an Wachsamkeit gegenüber sowjetfeindl. Elementen«, seine späteren Rehabilitierungsversuche blieben erfolglos; Okt. 1941 beim dt. Vorstoß auf Moskau Evakuierung nach Taschkent; April 1943 – Juli 1948 Oberlehrer der Pädagog. Abend-HS in Taschkent; gleichz. Sept. 1944 – Sept. 1945 Oberlehrer der Philolog. Fak. an der Mittelasiat. Staatsuniv. in Taschkent.
Okt. 1945 Lehrer an der Pädagogik-HS Taschkent; dort ab 1947 Ltr. des Lehrstuhls für dt. Sprache; 1947 – 59 sowj. Staatsbürgerschaft; 1945 – 47 auch als Antifa-Lehrer in dt. Kriegsgefangenenlagern bei Taschkent; Sommer 1948 Rückkehr nach Moskau; Aug. 1948 – Mai 1957 Übersetzer der Ztg. »Neues Leben« u. der Ztschr. »Sowjetlit.« in Moskau; Aug. 1949 Ablehnung der Ausreise in die SBZ durch sowj. Behörden; Mai 1957 – Dez. 1959 Mitarb. im liter. Beirat der dt. Zentral-Ztg. »Neues Leben« (Verlag der »Prawda«) in Moskau; Dez. 1959 Rückkehr nach Berlin (DDR); freischaff. Autor u. Übersetzer, auch weiterhin für die Ztschr. »Sowjetlit.«; 1960 Mitgl. des DSV; 1964 Prom. mit »Goethes Faust u. die sowj. Lit.« an der Univ. Rostock; gest. in Berlin.

Publ.: Erich Weinert. Ein Lesebuch für unsere Zeit. Weimar 1961 (Hrsg.); Wahlheimat Sowjetunion: Stadien u. Studien eines dt. Intellektuellen. Halle 1963.
BRB

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 12. Februar 1905 in Posen, Sohn einer jüdischen Apothekerfamilie; studierte Nationalökonomie, Germanistik, Jura und Philosophie. Er schloß sich der Deutschen Friedens-Gesellschaft und 1926 der Gruppe Revolutionärer Pazifisten an. Seit 1925 ständiger Mitarbeiter der satirischen Wochenschrift »Der Drache«, der Zeitschriften »Weltbühne«, »Die Neue Generation« u.a. Blätter. Ende 1930 Mitglied der IAH, 1931 Redaktionssekretär der Zeitschrift »Der Rote Aufbau«. Er wurde im Oktober 1931 Mitglied der KPD und des BPRS. Ab März 1932 Sekretär des Kampfkomitees gegen Faschismus und Krieg, im März 1933 emigrierte er nach Wien, später in die âSR und gehörte zu den ersten Mitarbeitern der Zeitung »Der Gegen-Angriff«. Ende Mai 1933 kam Leschnitzer in die Sowjetunion, wurde Redakteur bei der Zeitschrift »Internationale Literatur« und der DZZ, ab 1934 Mitglied des sowjetischen Schriftstellerverbandes. Einem 1936 von Leschnitzer und Jolan Kelen-Fried gemeinsam erstellten »Literatur-historischen Lesebuch« wurden vulgär-soziologische Tendenzen unterstellt. Im Oktober 1941 nach Taschkent evakuiert, im August 1942 »wegen Mangels an Wachsamkeit gegenüber sowjetfeindlichen Elementen« aus der KPD ausgeschlossen. Er blieb bis Sommer 1948 als Hochschullehrer in Taschkent, dann Rückkehr als Übersetzer nach Moskau. Ende 1959 Ausreise in die DDR, Aufnahme in die SED, lebte als freischaffender Autor und Übersetzer, wurde 1960 Mitglied des DDR-Schriftstellerverbandes und promovierte 1964 mit »Goethes Faust und die sowjetische Literatur«. Franz Leschnitzer starb am 16. Mai 1967 in Ost-Berlin.
Sein erste Frau Hildegard, geborene Samson (*30. 7. 1904 – † 5. 12. 1974), Tochter eines jüdischen Fotografen, war Stenotypistin, u. a. bei der »Weltbühne«. Im Sommer 1933 Emigration über Prag in die Sowjetunion, Mitarbeit bei den Zeitschriften »Internationale Literatur« und »Das Wort«, später Stenotypistin bei der RGI und im Volkskommissariat für Außenhandel. 1941 Evakuierung nach Tomsk und in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft eingesetzt. August 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, zunächst Mitarbeiterin der Zeitschrift »Theater der Zeit«, 1949 der »Täglichen Rundschau«, später beim »Neuen Deutschland«.

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