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Bereska, Henryk

* 17.5.1926, † 11.9.2005
Übersetzer, Lyriker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Kattowitz-Schoppinitz, Schles. (Katowice-Szopienice, Polen), wo er zweisprachig aufwuchs; Vater Lokomotivführer im Bergbau; 1940 Landdienst; Verwaltungslehre; 1944 / 45 Pilotenausbildung in Fürstenfeldbruck.
1945 nach kurzer amerik. Kriegsgef. Gelegenheitsarb., Schiffbauhelfer, Landarb.; 1947 / 48 Abitur an einer Vorstudienanstalt in Berlin; 1948 – 52 Stud. der Germanistik, Polonistik u. Slawistik an der HU Berlin; 1953 – 55 Lektor für poln. Lit. beim Aufbau-Verlag; ab 1955 freiberufl. Übersetzer; übertrug poln. Lit. der Renaissance bis Gegenwart ins Deutsche (u. a. Andrzejewski, Borowski, Miłosz), wurde neben Karl Dedecius zum wichtigsten Übersetzer poln. Lit. in Dtl.; 1967 Literaturpreis des Verbandes der Autoren u. Komponisten Polens; veröff. ab 1963 eigene Gedichte u. Aphorismen in Anthologien u. Ztschr.; seit 1961 vom MfS in versch. OVs (OV »Zersetzer«, OV »Polo«) u. a. wg. vermeintl. staatsfeindl. Tätigkeit erfaßt; wichtige Übersetzungswerke wurden blockiert, erster eigener Gedichtband »Lautlose Tage« erschien 1980 nur in West-Berlin; neben Berlin bildete das märk. Kolberg den Lebensmittelpunkt; die märk. Landschaft wurde zu einem zentralen Motiv seiner Lyrik.
Seit 1990 zahlr. Auszeichnungen in Polen u. in Dtl., u. a. 1997 Bundesverdienstkreuz am Bande; 1998 Kommandeurskreuz zum Verdienstorden der Rep. Polen; 2000 Hans-Sahl-Preis; 2001 Samuel-Bogumil-Linde-Preis; 2002 Ehrendoktorwürde der Univ. Breslau; 2005 Transatlantyk-Preis des poln. Buchinst.; 1991 Mitgl. des PEN.; 2002 Burgschreiber der Gemeinde Beeskow; gest. in Berlin.

Publ.: Berliner Spätlese. Gedichte. Mit fünf Zeichnungen von Horst Hussel. Berlin 1991; Ausgewählte Werke in 3 Bänden. Berlin 1995 – 2002; Burgschreiber zu Beeskow. Märkische Streifbilder. Berlin 2003; Kolberger Hefte. Die Tagebücher von HB 1967 – 1990. Mit einem Nachwort v. I. Geipel. Frankfurt (Main) 2007.
ChK

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