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Leuschner, Bruno Max

* 12.8.1910, † 10.2.1965
Mitglied des Politbüros des ZK der SED, Vorsitzender der Staatlichen Plankommission

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Rixdorf (b. Berlin); Vater Schuhmacher; Mutter Heimarb. (Näherin); Volksschule (drei Klassen) u. 1919 – 25 Mittelschule in Berlin-Neukölln; 1922 Mitgl. der Freien Turnerschaft Groß-Berlin / Süd-Ost (FTGB, später »Fichte«); 1925 – 28 Ausbildung zum Industriekfm. in der Konfektionsfabrik Lachmann & Meyer in Berlin; dort nach Beendigung der Lehrzeit zunächst als Expedient, dann als Kalkulator, Verkäufer u. zul. als Mitarb. in der Exportabt. tätig; seit 1928 Mitgl. des ZdA; 1928 – 31 Besuch von Abendkursen an der Lessing- u. Humboldt-HS Berlin (bes. Ökon., Philos. u. Psychol.); in den Jahren 1930/31 Besuch der Marxist. Arbeiterschule, Unterricht bei  Hermann Duncker, Ernst Schneller u. a.; seit 1931 Mitgl. der KPD, Ortsgr. Berlin-Neukölln; 1933 – 36 Ltr. des UB Berlin-Neukölln bzw. -Wedding; arbeitete zugl. illeg. als NSDAP-Sachbearb. für den UB Berlin-Neukölln im M-Apparat der KPD, Deckn. »Max« (Zusammenarbeit mit dem zuständigen Instrukteur  Hans Rosenberg); übernahm später auch als »Techniker« des UB Berlin-Neukölln die Herstellung der illeg. Ztg.; Anf. 1935 mit der Herstellung der illeg. Ztschr. der Verkehrs- u. Gemeindearb. (RGO) beauftragt; Ende 1935 zuständig für Agit.-Prop. im UB Berlin-Wedding Ost; später mit der Herstellung der illeg. Ztg. »Der rote Wedding«, dann als Pol.-Ltr. des UB Berlin-Wedding Ost mit dem Aufbau des illeg. UB beaufragt; 1933 – 36 Mitgl. der DAF, 1936 Ausschl. auf Lebenszeit; 23.7.1936 Verhaftung, am 24.8.1937 Verurteilung durch den 4. Strafsenat des Kammergerichts Berlin zu sechs Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 1937 – 39 Haft im Zuchthaus Brandenb.-Görden, hier Ende 1939 in der Bücherei beschäftigt, Kontakte zu  Erich Paterna u. anderen KPD-Mitgl.; nach Denunziation in das Zuchthaus Sonnenburg strafversetzt (hier illeg. Kontakte zu  Wilhelm Kling u. a.); nach der Strafzeit ab Juli 1942 für 10 Wochen im KZ Wuhlheide in Berlin, dann ab Sept. 1942 – 44 Haft im KZ Sachsenhausen, dort beschäftigt als Arbeiter im Ballonbau, als Schreiber im Revier u. später als Blockältester; Mitgl. der illeg. Parteigr.; aufgrund einer pol. Sonderaktion der Gestapo im Juni 1944 im KZ Sachsenhausen isoliert u. am 10.10.1944 (zus. mit 104 anderen pol. Gefangenen) strafweise in das KZ Mauthausen, durch alliierte Truppen am 5.5.1945 befreit.
Juli 1945 Rückkehr nach Berlin; mit dem Aufbau der Wirtschaftsabt. des ZK der KPD beauftragt; Herbst 1945 Ltr. der Abt. Wirtschaftspol. im ZK der KPD, Mitautor der wirtschaftspol. Richtlinien vom Dez. 1945; nach der Vereinigung von KPD u. SPD im April 1946 Ltr. der Abt. Wirtschaft u. Finanzen im PV der SED; ab Juni 1947 führend am Aufbau der DWK beteiligt, Ltg. der DWK-Abt. für Wirtschaftsfragen; als mit Befehl Nr. 32 der SMAD im Feb. 1948 alle wirtschaftl. ZV in die DWK einbezogen wurden, übernahm er im März 1948 die Funktion des stellv. Vors. der DWK für Planung, gleichz. Ltr. der HV Wirtschaftsplanung, der auch das Statist. Zentralamt u. das Inst. für Wirtschaftsforschung unterstanden; maßgebl. an der Ausarbeitung des Halbjahresplans 1948 u. des Zweijahresplans 1949/50 beteiligt; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats u. 1949/50 Abg. der Prov. Volkskammer; 1949/50 Staatssekr. im Min. für Planung; 1950 – 65 Mitgl. des ZK der SED; 1950 – 52 1. Stellv. des Vors. u. von Mai 1952 – Juli 1961 Vors. der SPK (Nachf. von  Heinrich Rau); 1950 – 61 Mitgl. der SED-BPO in der SPK; seit 1952 DDR-Vertreter im RGW; 1953 – 65 Abg. der Volkskammer, ab Juli 1953 Kand. u. ab 1958 Mitgl. des PB des ZK der SED; Mai 1955 VVO; 1955 – 65 Stellv. des Vors. des Min.-Rats.; Sept. 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch.; 1960 – 63 Mitgl. des Staatsrats; Aug. 1960 Held der Arbeit; auf der 13. Tagung des ZK der SED im Juli 1961 von der Funktion des Vors. der SPK entbunden; Juli 1961 Min. für die Koord. volkswirtschaftl. Grundaufgaben beim Präs. des Min.-Rats; seit Juni 1962 Ständ. Bevollm. (Vertreter) der DDR im neu geschaffenen EK des RGW; Nov. 1963 Ausscheiden aus dem Staatsrat, weil sich seine internat. Funktionen nur schwer mit der Arbeit im Lande verbinden ließen; gest. in Berlin.

Publ.: Ökon. u. Klassenkampf. Ausgew. Reden u. Aufsätze 1945 – 1965. Berlin 1984.
Sek.-Lit.: Gernot B.: Ein Kämpfer für den Sieg des Soz. In: BzG (1970) 6.
MoK; HME

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