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Leutwein, Friedrich

* 9.8.1911, † 28.12.1974
Mineraloge u. Geochemiker, Rektor der Bergakademie Freiberg

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Offz.; aufgew. in Metz (Elsaß-Lothringen) u. Cros-
sen (Oder); Realgymnasium mit Abitur; 1929 – 36 Studium der Chemie, Mineralogie u. Geologie in Freiburg i. Br. u. Gießen (mit Unterbrechung wegen schwerer Vergiftung), Diss. in Freiburg i. Br. zu einer geochemisch-petrograph. Thematik; 1936 – 39 Assistent am Mineralog. Inst. der Univ. Freiburg i. Br.; ab 1939 in Freiberg (Sachsen) Assistent im Oberbergamt; 1941 – 45 Ltr. des Forschungslabors für das Berg- u. Hüttenwesen Sachsens.
1945 – 47 Mitarb. im techn. Büro des Volkskommissariats für Buntmetalle der UdSSR in Dresden; 1946 KPD/SED; 1946 Habil. an der Bergakad. Freiberg mit einer Arbeit zur Geochemie der thür. Alaun- u. Kieselschiefer; 1947 Prof. für Mineralogie u. Dir. des Mineralog. Inst.; 1948/49 Prodekan; 1949/50 Dekan; 1950 – 53 Rektor der Bergakad. Freiberg (Nachf. von  Ernst Diepschlag); 1950 – 53 Mitgl. des ZK der SED; 1956 NP; Ord. Mitgl. Sächs. AdW; 1957 Ord. Mitgl. DAW; 1958 als Reaktion auf die vom V. Parteitag der SED verkündete Hochschulpol. sowie die bevormundende u. brüskierende Haltung des Staatssekr. für Hochschulwesen  Wilhelm Girnus gegenüber Hochschullehrern Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; 1958 – 60 Honorarprof. an der Univ. Hamburg mit Stipendium der Dt. Forschungsgem.; 1960 Berufung nach Nancy als Prof. Associé u. dann als Directeur de Recherche du Centre National de la Recherche Scientifique; Arbeiten zur Geochemie u. Geochronologie mit Schwerpunkt radioaktiver Altersbestimmungen von Gesteinen; gest. in Nancy (Frankreich).
F. L. war maßgebl. beteiligt an der Entw. des geochem. Profils der Lehre u. Forschung für die Geologie u. die Lagerstättenerkundung in der DDR, dem Ausbau der Bergakad. Freiberg in der Nachkriegszeit u. der Anerkennung der sächs. Montanwiss. im In- u. Ausland.
Hauptarbeitsgebiete: Analyt. Geochemie; Vorkommen u. Verteilung chem. Elemente in versch. Bereichen der kontinentalen Erdkruste u. Hydrosphäre, Modelle zur Erklärung der Genese von Mineralen u. Gesteinen; Geräteentw. zur opt. Emissionsgesteinsanalyse u. Polarisationsmikroskopie; Isotopengeochem. Altersbestimmung von Gesteinen (Geochronologie); Beurteilung anthropogener Abfallstoffe u. mögl. Wiederverwertung als Rohstoffe; ca. 120 Veröff.

Sek.-Lit.: Watznauer, A.: F. L. Jb. der Sächs. AdW 1973 – 1974. Berlin 1976; Herrman, A. G.: F. L. Fortschr. Mineralogie, 53. Stuttgart 1975; F. L. Ehrenkolloquium der Bergakad. Freiberg, 6.12.1991. Freiberg 1992.
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