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Litfin, Günter

* 19.1.1937, † 24.8.1961
Grenzopfer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Fleischermeister; Besuch der kath. St.-Joseph-Schule in Berlin-Weißensee; Schneiderlehre u. Anstellung in West-Berlin, wohnhaft in Ostberlin; 1957 Beitritt zur West-Berliner CDU; Mai 1961 Tod des Vaters, die Betreuung der Mutter verzögert den geplanten Umzug nach West-Berlin; nach dem Mauerbau vom 13.8.1961 intensive Suche nach einer Möglichkeit zur Überwindung der Sperranlagen, am 24.8.1961 Fluchtversuch am Spreeufer in der Nähe des Lehrter Bahnhofs, Transportpolizisten entdecken ihn u. geben Warnschüsse ab, als L. in das Wasser des Humboldthafens springt, eröffnen sie das Feuer; L. wird von einer Kugel tödl. in den Hinterkopf getroffen; die Angehörigen werden zum Stillschweigen verpflichtet u. müssen in der Traueranzeige »einen trag. Unfall« angeben; 1962 wird auf West-Berliner Seite ein Gedenkstein für L. enthüllt; er gilt als erstes Opfer der Berliner Mauer.
Nach der dt. Vereinigung strafrechtl. Ermittl. gegen zwei Schützen, die 1997 vom Landgericht Berlin wg. »gemeinschaftlich begangenen Totschlags« schuldig gesprochen u. zu einem Jahr bzw. einem Jahr u. sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt werden; 1992 Eröffn. einer privat initiierten Gedenkstätte für L. in einem ehem. Grenzwachturm in der Kieler Straße 2 in Berlin-Mitte.

Sek.-Lit.: Litfin, J.: Tod durch fremde Hand. Das erste Maueropfer in Berlin und die Geschichte einer Familie. Husum 2006¸ Brecht, Ch.: Biographie G. L. In: Hertle, H.-H.; Nooke, M.: Die Todesopfer an der Berliner Mauer. Berlin 2009.
ChL

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