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Lohmann, Karl

* 10.4.1898, † 22.4.1978
Physiologe, Biochemiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bielefeld; Realgymnasium; 1916 – 18 Kriegsdienst; 1919 – 23 Chemiestudium in Münster u. Göttingen, 1923 Rockefeller-Stipendiat; 1924 – 37 Assistent von Otto Meyerhof am Kaiser-Wilhelm-Inst. für Biol. in Berlin-Dahlem sowie an dem für med. Forschung in Heidelberg; 1931 – 35 Med.-Studium in Heidelberg; 1937 ord. Prof. u. Dir. des Physiolog.-Chem. Inst. der Berliner Univ.
1945 Prodekan der Med. Fak., ab 1946 kommissar. Ltr. des Physiolog. Inst. der HU Berlin; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; prov. Sekretar u. 1954 – 61 Sekretar der Kl. für Med. der DAW; 1950 stellv. Dir., später Dir. des Inst. für Med. u. Biol. der DAW in Berlin-Buch; 1951 NP; 1955 Mitgl. der Leopoldina; 1957 Präs. des Inst. für Ernährung der DAW in Potsdam-Rehbrücke; 1960 Gründungspräs. der Ges. für experiment. Med.; legte 1964 alle Ämter aus Altersgründen nieder; gest. in Berlin.
Arbeitsgebiete: Stoffwechseluntersuchungen, u. a. über den Chemismus der Muskelkontraktion, den Abbau des Kohlenhydrats in tier. Zelle u. in Hefe; zahlr. Arbeiten über Enzyme (Carboxylase) u. Vitamine (B2); als wichtigste Entdeckung K. L.s gilt die Isolierung u. Konstitutionsermittlung der Adenosintriphosphorsäure (ATP), deren zentr. Stellung im Zellstoffwechsel u. entscheidende Bedeutung bei der Muskelkontraktion er nachwies.

Publ.: Zuckerphosphorsäureester u. ihre Bedeutung für den Stoffwechsel der Hefe u. des Muskels. Berlin 1930; Anleitung zum pysiolog.-chem. Praktikum. Weinheim 1948.
Sek.-Lit.: Reiche, K.: Über den Entdecker des Adenosintriphosphats – K. L. Berlin 2004.
PeW

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