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Markov, Walter

* 5.10.1909, † 3.7.1993
Historiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Graz; Vater kfm. Angest.; Gymnasien in Lubljana, Kranj, Belgrad, 1927 Abitur in Susak; 1927 – 34 Studium der Geschichte, Geographie, Kirchen- u. Religionsgeschichte, Philos., Orientalistik u. Slawistik in Leipzig, Köln, Berlin, Hamburg u. Bonn; 1934 Prom. an der Univ. Bonn mit einer Arbeit über »Serbien zw. Österreich u. Rußland 1897 – 1908«; 1934 KPD; Assistent an der Univ. Bonn; dort Gründung einer Widerstandsgr.; Hrsg. einer illeg. Ztschr.; 1935 Verhaftung u. Verurteilung zu zwölf Jahren Zuchthaus, 1936 – 45 Zuchthaus Siegburg; April 1945 führend an der Selbstbefreiung der Häftlinge beteiligt.
1945 Bonn; 1946 SED; Berufung zum Doz. an die Univ. Leipzig; 1947 Habil. mit einer Arbeit über Grundzüge der Balkandiplomatie;
1947 – 50 Gastprof. an der Univ. Halle; 1949 ord. Prof. an der Univ. Leipzig; 1949 – 68 Dir. des Inst. für Kultur- u. Universalgeschichte (seit 1951 Inst. für Allg. Geschichte); 1951 – 58 Dir. des Inst. für Geschichte der Europ. Volksdemokratien; 1951 unter dem Vorwurf des Titoismus Ausschl. aus der SED u. Aberkennung des Status »VdN«; Ende der 50er Jahre kurzz. für die HV A des MfS tätig; 1961 Ord. Mitgl. der DAW; Mitbegr. u. Präs. der Dt.-Afrik. Ges.; 1961 NP; 1964 Ord. Mitgl. der Sächs. AdW; seit 1962 Gastprof. in versch. Ländern Afrikas, Nord- u. Südamerikas, Asiens u. Westeuropas; 1974 em.; 1969 Dr. h. c. der KMU Leipzig; 1974 VVO; 1978 Ehrensenator der KMU Leipzig; 1989 Ehrenspange zum VVO; Dez. 1989 Eintritt in die PDS; 1992 Ehrenvors. der Alternativen Enquete-Kommission zur Dt. Zeitgeschichte.
W. M. gilt als einer der anerkanntesten Vertreter der DDR-Geschichtswiss. u. Universalhist. von internat. Rang; sein Werk umfaßt ca. 800 Publ., vornehmlich zur Rev.-Geschichte, ost- u. südosteurop., afrik. u. lateinamerik. Staaten sowie zur Geschichtstheorie.

Publ.: Jaques Roux. 4 Bde. Berlin 1966 – 70; Studien über die Rev. Berlin 1969 (mit Bibl. 1932 – 68); Die Große Rev. der Franzosen. Berlin 1973 (mit A. Soboul); Geschichte der Türken. Berlin 1978 (mit E. Werner); Weltgeschichte im Rev.-Quadrat. Berlin 1979 (mit Bibl. 1969 – 78); Rev. im Zeugenstand. Leipzig 1982; Grand Empire. Leipzig 1984; Zwiesprache mit dem Jahrhundert. Berlin, Weimar 1989; W. M. In: Grimm, T.: Was von den Träumen blieb. Berlin 1993.
Sek.-Lit.: Neuhaus, M., Seidel, H. (Hrsg.): Wenn jemand seinen Kopf bewußt hinhielt ... Schkeuditz 1995; S. Heitkamp: W. M. Ein DDR-Historiker zwischen Parteidoktrin u. Profession. Leipzig 2003.
ISK

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