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Maurer, Georg

* 11.3.1907, † 4.8.1971
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Sächsisch-Regen (Siebenbürgen / Reghin, Rumänien); Vater Lehrer u. Musiker; 1911 Übersiedl. nach Bukarest; Besuch dt.-ev. Schulen; Gymnasium; 1926 – 32 Studium der Kunstgeschichte, Germanistik u. Philos. in Berlin u. Leipzig; erste Gedichtveröff.; 1934 Kunstkritiker u. Lokalreporter der »Neuen Leipziger Ztg.«; 1939 – 44 Soldat, v. a. Dolmetscher in Rumänien; 1944 – 46 sowj. Gefangenschaft, u. a. als Bergarb. eingesetzt.
1946 freischaff. Schriftst.; freier Mitarb. des Senders Leipzig; 1948 erster Gedichtband »Gesänge der Zeit«, Lit.-Preis der Stadt Weimar; 1955 Mitgl. der DAK; Mitgl. des PEN-Zentrums Ost u. West; 1955 – 61 Doz. u. 1961 – 70 Prof. u. Ltr. des Lyrikseminars am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1961 »Dreistrophenkalender«; Johannes-R.-Becher-Medaille; 1965 NP; F.-C.-Weiskopf-Preis 1972 (posthum).
G. M. wurde durch seine lyriktheoret. u. essayist. Arbeiten (u. a. »Welt in der Lyrik«, 1967), aber v. a. durch seine pädagogische Be-
gabung zum Mentor der mittleren DDR-
Lyrikergeneration ( Volker Braun,  Kurt Bartsch,  Adolf Endler,  Heinz Czechowski,  Bernd Jentzsch,  Sarah u.  Rainer Kirsch,  Karl Mickel u. a.) mit Wirkung v. a. auf die sog. Sächs. Dichterschule; zu seiner Tätigkeit als Ltr. des Lyrikseminars am Lit.-Inst. vermerkte das MfS ästhetische »Weltfremdheit«, die u. a. zur »Immatrikulation ungeeigneter Personen« führte, u. die Unterstützung »negativer Personen wie  Wolf Biermann, Sarah u. Rainer Kirsch sowie Andreas Reimann«; die eigenen Gedichte standen in der Tradition philosoph. Gedankenlyrik, von teilw. pathet. Harmoniesehnsucht durchzogen.

Publ.: Ausgewählte Werke in 9 Bänden. Berlin 1964 ff.; Was vermag Lyrik: Essays, Reden, Briefe. Leipzig 1982; Werke in 2 Bänden. Berlin 1987 (Hrsg. W. u. Ch. Hartinger, E. Maurer).
Sek.-Lit.: Wolf, G. (Hrsg.): Dichtung ist deine Welt. Selbstaussagen u. Versuche zum Werk G. M.s. Berlin 1973; Emmerich, W.: G. M. In: Krit. Lexikon zur dt-spr. Gegenwartslit. München 1978 ff.; Arendt, E.: Bleib ich, was ich bin? Teufelswort, Gotteswort: zum Werk des Dichters G. M. Berlin 1998.
LeK; AnK

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