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Melis, Ernst Wilhelm

* 5.3.1909, † 31.8.2007
SED-Funktionär, Stellv. Chefredakteur der »Einheit«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Kassel; Vater Schlosser, Mutter Landarb. u. Reinemachefrau; 1915 – 23 Volksschule in Kassel; 1923 – 27 Ausbildung zum Dreher in Kassel; 1927 – 29 Dreher bei der Fa. Bitter & Co./Conz Motorenwerke in Kassel; DMV; 1927 KJVD u. ab 1928 KPD; 1928 Besuch der KJVD-Reichsschule; 1928 – 30 Mitgl. der KJVD-BL Hessen-Waldeck, seines Sekr.- u. Org.-Ltr.; RGO, RH, RFB, IAH, BdFdSU u. ASV; 1929 – 32 hauptamtl. Mitarb. im M-Apparat der KPD, ab 1931 dessen Ltr. im Bez. Hessen-Waldeck; 1931 vor dem Kasseler Schwurgericht wegen »Ermordung eines Schutzpolizisten« angeklagt u. mangels Beweisen freigesprochen, zu einem Jahr Gefängnis wegen »Landfriedensbruchs u. Waffenbesitzes« verurteilt, 1931/32 Haftanstalt Kassel-Wiesbaden; ab 1932/33 illeg. Arbeit in Hannover u. Kassel, dort zuständig für illeg. Quartiere; Dez. 1933 Emigr. in die Niederlande u. nach Paris; Juni 1934 – Okt. 1935 Internat. Lenin-Schule in Moskau; dort 1935 – 37 Aspirant u. Mitarb. der dt. Sektionsltg.; Dez. 1937 in Prag Red.-Volontär der »Dt. Volksztg.«; 1938/39 Red. dieser Ztg. in Paris; 1939/40 Mitgl. der KPD-Emigr.-Ltg. in Paris; Mai 1940 verhaftet u. interniert, geflohen; 1940 – 43 illeg. in Toulouse; 1942/43 verantw. Red. der Ztg. »Soldat am Mittelmeer«; 1943 Ltr. der Ztg. »Dt. Volksecho« in Lyon, Prop. unter dt. Soldaten; 1943 – 47 Mitgl. der FKP u. der CGT; ab Aug. 1943 Mitarb. des Komitees Freies Dtl. für den Westen, Bildung von Soldatengr.; 1945 Red. der Ztg. »Volk u. Vaterland«; 1946/47 Mitarb. einer frz. Bergarbeiterztg.
Dez. 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 50 Lehrer an der PHS; dort 1948 – 51 Mitgl. der PO-Ltg. u. 1950/51 hauptamtl. Parteisekr.; ab 1951 Mitarb. beim ZK der SED, 1951 – 57 Red.-Sekr. der theoret. Ztschr. »Einheit«; 1951 – 89 dort Mitgl. des Red.-Koll. u. 1957 – 79 stellv. Chefred.; 1952 – 89 Mitgl. der ZL des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer der DDR; 1954 – 58 Kand., 1958 – 89 Mitgl. der ZRK der SED; 1969 VVO; 1979 Parteiveteran; 1979 KMO; 1984 Stern der Völkerfreundschaft; 1990 Mitgl. der PDS.
1992 Mitbegr. u. seitdem Vors. des Verb. Deutscher in der Résistance (DRAFD e. V.); französ. Ordre Républicain du Mérite civique et militaire; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Schaul, D.: Résistance. Berlin 1973; Pech, K.: An der Seite der Résistance. Zum Kampf der Bew. »Freies Dtl.« für den Westen in Frankreich (1943 – 1945). Berlin 1974; Dahlem, F.: Am Vorabend des zweiten Weltkrieges. Erinnerungen. Berlin 1977; Doernberg, S.: Im Bunde mit dem Feind. Berlin 1995; Vesper, K.: Der Himmel über Lyon war nicht wolkenlos. Die Erinnerungen des E. M. an den 6. Juni 1944. In: ND 5./6.6.2004.
BRB

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