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Meyer, Julius

* 17.9.1909, † 2.12.1979
Präsident des Verbands der Jüdischen Gemeinden in der DDR

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Krojanke (Krs. Flatow, Westpr. / Krajenka, Polen); Volksschule; erlernte den Beruf des Leder-Zuschneiders; dann Arbeit in der Landw.; 1930 KPD; 1935 Flucht nach Berlin; 1936 – 39 Vertreter in der Lederbranche; lebte 1940 kurze Zeit illeg.; 1941 – 43 bei versch. Firmen zwangsverpflichtet; Febr. 1943 Verhaftung u. KZ, zul. in Auschwitz u. Ravensbrück, Kapo im KZ.
1945 KPD; Ltr. der Abt. »Opfer der Nürnberger Gesetzgebung« beim Hauptamt OdF im Magistrat von Berlin; 1946 SED; 1946 – 53 Vorstandmitgl. der Jüd. Gemeinde von Groß-Berlin, verantw. für Soziales; seit Juni 1947 Vertreter der Jüd. Gemeinden der SBZ im Direktorium der Arbeitsgemeinschaft Jüd. Gemeinden in Dtl.; 1949 – Jan. 1953 Abg. der Volkskammer als Vertreter der VVN; Vorst.-Mitgl. der VVN; 1950 Mitgl. des NR der NF; 1952/53 Präs. des Verb. der Jüd. Gemeinden in der DDR; 16.1.1953 aus Furcht vor antizionist. Kampagne zus. mit anderen Vors. der Jüd. Gemeinden in der DDR Flucht nach Berlin (West); 1953 – 76 langwierige Prüfung seiner Biogr. im Bundesnotaufnahmeverfahren zur Anerkennung als pol. Flüchtling in der Bundesrep. Dtl. u. zum Rechtsstreit um Wiedergutmachung; Ausreise nach Brasilien; dort gest.

Sek.-Lit.: Weigelt, A., Simon, H.: Zwischen Bleiben u. Gehen. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung. Berlin 2008.
KaH

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