Biographische Datenbanken

Mittag, Günter

* 8.10.1926, † 18.3.1994
Mitglied des Politbüros des ZK der SED

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Scheune (b. Stettin / Szczecin Gumience, Polen); Vater Reichsbahnsekr., Mutter Arbeiterin; Volks- u. Mittelschule; 1943 Luftwaffenhelfer im Flak.-Regt. 44; 1943 – 45 Ausbildung als Eisenbahner bei der Reichsbahn.
Aug./Sept. 1945 Landarb.; 1945/46 KPD/SED; 1946/47 Mitgl. des SED-Ortsvorst. in Pasewalk u. Greifswald; Amts- u. Bez.-Betriebsrat Bahnhof Pasewalk u. Mitgl. des Ortsvorst. der IG Eisenbahn in Pasewalk; 1947/48 Amts- u. Bez.-Jugendltr. im Bahnhof Pasewalk; Personalsachbearb. u. Mitgl. des Parteiaktivs der Reichsbahndirektion Greifswald sowie der IG Eisenbahn, 1947 – 50 Mitgl. der SED-KL Greifswald; 1948/49 Jugendsekr./Org.-Sekr. im FDGB-Bez.-Vorst. Greifswald; 1950 – 51 Vors. des FDGB-Bez.-Vorst. der IG Eisenbahn Greifswald; 1952 – 53 Instrukteur im Apparat des ZK; März 1953 Ltr. des Sektors »Eisenbahnen« in der Abt. Eisenbahn, Verkehr u. Verbindungswesen; Okt. 1953 – 61 Ltr. dieser ZK-Abt.; 1956 Fernstudium an der HS für Verkehrswesen Dresden, Dipl.-Wirtsch.; 1958 Prom. zu Problemen der soz. Entw. des Verkehrswesens; seit dem V. Parteitag Juli 1958 Kand. des ZK der SED; 1958 – 61 Sekr. der von  Erich Apel geleiteten Wirtschaftskommission beim PB des ZK; 1961/62 Sekr. des Volkswirtschaftsrats; DDR-Vertreter im Wirtschaftsaussch. DDR – ČSSR; ab Juni 1962 Mitgl. des ZK der SED u. (bis Sept. 1973) Sekr. für Wirtschaft (Nachf. von Erich Apel); seit dem VI. Parteitag Jan. 1963 Kand. u. Sept. 1966 – Okt. 1989 Mitgl. des PB; 1962 – 89 Mitgl. des Forschungsrats; 1963 – 66 Ltr. des Büros für Industrie u. Bauwesen des ZK
der SED; 1963 – 89 Abg. der Volkskammer;
1963 – 73 u. 1976 – 89 Vors. seines Aussch. für Industrie, Bauwesen u. Verkehr; 1963 – 71 u. 1979 – 89 Mitgl., 1984 – 89 stellv. Vors. des Staatsrats; 1963 – 89 Mitgl. des FDGB-Bundesvorst.; 1973 – 76 Erster Stellv. des Vors. des Min.-Rats (Nachf. von  Horst Sindermann); 1976 – 89 wiederum Sekr. des ZK der SED für Wirtschaft (Nachf. von  Werner Krolikowski); 1976 – 89 Ltr. der Wirtschaftskommission beim PB des ZK der SED; zugl. 1976 – 81 Ltr. der Arbeitsgr. Bundesrep. Dtl. u. des Koordinierungsbüros beim PB, 1976 – 89 Ltr. der Arbeitsgr. Zahlungsbilanz beim PB u. 1981 – 89 Ltr. der Kommission zur Koordinierung der ökon., kulturellen u. wiss.-techn. Beziehungen der DDR zu Ländern Asiens, Afrikas u. des arab. Raums beim PB; 1982 – 89 Mitgl. des Nat. Verteidigungsrats; 1959 VVO; 1963 Banner der Arbeit; 1964 VVO; 1969 u. 1986 Held der Arbeit; 1976 u. 1986 KMO; 11.1.1982 Dr. h. c. Tokai-Univ. (Japan); 25.1.1982 Dr. h. c. Montan-Univ. Leoben (Österreich); 4.10.1986 Dr.-Ing. h. c. TU Dresden; am 18.10.1989 von allen ltd. Funktionen entbunden, von der 10. ZK-Tagung (8. – 10.11.1989) gem. mit  Joachim Herrmann »wegen gröblichster Verstöße gegen die innerparteiliche Demokratie, gegen die Partei- u. Staatsdisz. sowie Schädigung des Ansehens der Partei aus dem ZK ausgeschl.«, am 23.11.1989 aus der SED ausgeschl.; 3.12.1989 – 2.8.1990 U-Haft, aus gesundheitl. Gründen entlassen; Rentner.
Juli 1991 Anklage wegen »Verwendung von Staatsgeldern für Eigenheime«, nach einem ärztl. Gutachten von 1992 nicht verhandlungsfähig (Diabetes), die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde im Mai 1993 wegen Verhandlungsunfähigkeit abgelehnt; gest. in Berlin.

Publ.: Die Pol. Ökon. des Soz. u. ihre Anwendung in der DDR (Ltr. des Autorenkoll.) 1969; Konsequent auf dem Kurs der Hauptaufgabe. Ausgew. Reden u. Aufsätze. Berlin 1986; Um jeden Preis. Im Spannungsfeld zweier Systeme. Berlin, Weimar 1991.
Sek.-Lit.: Hertle, H.-H.: Vor dem Bankrott der DDR. Berlin 1991; Janson, C.-H.: Totengräber der DDR. Düsseldorf 1991; Przybylski, P.: Tatort Politbüro. Reinbek 1992.
MoK; HME

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis