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Berner, Helene (eigtl.: Helen Welker)

* 13.12.1904, † 22.12.1992
Funktionärin der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Bildhauer u. SPD-Funktionär; 1911 – 19 Volksschule in Berlin; 1919 – 30 Dienstmädchen, Angest., Lehre im Großbuchhandel; ab 1927 Krankenschwester, Orthopädin; 1923 KJVD, 1927 KPD; ab 1927 Mitarb. des M-Apparats der KPD (Industriespionage); 1931 – 35 Ltr. des Orthopäd. Turninst. der Krankenkassen Berlin; 1933 – Juni 1935 illeg. pol. Arbeit, zunächst Kurier im Grenzapparat, dann für den sowj. Geheimdienst GRU (»Leni«, »Lore«); Juni 1935 Emigr. über die ČSR in die UdSSR; 1935/36 Tätigkeit im Stab der Roten Armee (GRU); Apr. 1936 – Mai 1937 Mitarb. in einem Moskauer Orthopäd. Inst.; 1936 in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Juli 1936 sowj. Staatsbürgerschaft; 1937 – 41 Sprachlehrerin im Generalstab der Roten Armee; 1941/42 Lehrerin an einer Militärschule in Moskau, dann in Stawropol; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1942/43 Kursantin an der KI-Schule in Kuschnarenkowo, danach Spezialausbildung bei Moskau als Fallschirmagentin; Offz. der Roten Armee, 1944 Lehrerin in einer Frontschule für Kriegsgefangene im Bereich der 2. Balt. Front, dort an der Vorbereitung von Spezialabteilungen für den Einsatz im dt. Hinterland beteiligt.
1945 als Angeh. der Roten Armee Rückkehr nach Dtl.; Mai – Sept. 1945 Lehrgänge im Kriegsgefangenenlager in Rüdersdorf; Jan. 1946 – April 1948 Doz. an der Schule der SMAD für die Ausbildung von Kadern der Blockparteien in Königs Wusterhausen, 1949 Demobilisierung; danach Funktionärin der DSF, 1949 – 59 ltd. Mitarb. im Min. für Ausw. Angelegenh., Ltr. der Abt. Schulung; überwachte als GI im Auftrag des MfS den Außenmin. der DDR  G. Dertinger, dessen persönl. Referentin sie war; 1957 Ehrennadel der DSF; 1959 – 68 Ltr. des Zentralhauses der DSF in Berlin (Nachf. von  Gerhard Körbel); 1968 Rentnerin; Orden des Vaterländ. Krieges; 1974 VVO; 1979 Ehrenspange zum VVO; 1984 u. 1989 Stern der Völkerfreundschaft.
1990 PDS; gest. in Berlin.

Publ.: Mit der Sowjetarmee nach Berlin. In: Im Zeichen des roten Sterns. Berlin 1974.
Sek.-Lit.: Scheidemann, Ch.: H. B. Im Dienst für den Außenminister. In: Müller, U., Scheidemann, Ch. (Hrsg.): Gewandt, geschickt u. abgesandt. Frauen im diplomat. Dienst. München 2000; Grundmann, S.: Der Geheimapparat der KPD im Visier der Gestapo. Berlin 2008.
PeE; BRB

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