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Mucchi, Gabriele

* 25.6.1899, † 10.5.2002
Maler, Grafiker, Architekt

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Turin; Vater Kunstmaler; Abitur; 1916 – 23 Bauing.- u. Architekturstudium an der Univ. Bologna; 1917/18 Kriegsdienst; 1924 – 25 Arbeit in einem Bauunternehmen in Rom; ab 1927 im Büro des Malers u. Architekten Gigiotti Zanini in Mailand; 1928 – 30 Aufenthalt in Berlin; 1929 Teiln. an einer Ausstellung der ital. Künstlergr. Novecento in Berlin; 1931 – 34 Aufenthalt in Paris; 1932 gem. mit Jenny Wiegmann Ausstellung in der Galerie Bonaparte, Paris; seit 1933 verh. mit  Jenny Mucchi-Wiegmann; seitdem in Mailand; Wandmalerei im Palazzo dell’ Arte als Auftragsarbeit für die V. Triennale Mailand; sein Atelier wird zum Zentrum der antifa. Gruppe Corrente; Lebensunterhalt durch Wandmalereien, Architektur- u. Designarbeiten; 1942 Einberufung zum Militär, Hptm.; 1943 Partisan, illeg Arbeit für die kommunist. Presse; Mitbegr. der wichtigsten linken ital. Künstlergr. der Nachkriegszeit; Mitbegr. der Ztschr. Realismo; 1948 Einzelausstellung in einer Fabrik in Sesto San Giovanni; 1949 Ausstellung in der Casa della Cultura, dem Sitz der KPI Mailand; KPI; 1948/49 architekton. u. städtebaul. Entwürfe; 1950 – 52 Teiln. an den Biennalen von Venedig; 1955 Ausstellungen in Prag, Bratislava, Amsterdam u. in der AdK in Berlin.
1956 – 61 Lehrtätigkeit an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, ord. Prof.; 1958/59 Wandgemälde »Die Holzfäller« (Boscaioli al lavoro) im Einrichtungshaus am Frankfurter Tor in Berlin; 1961 – 63 Lehrtätigkeit am Inst. für Kunsterziehung der EMAU Greifswald; lebt seitdem abwechselnd in Mailand u. Berlin; 1977 Personalausstellung in der Galerie Poll, Berlin (West); 1983 Retrospektive im Alten Museum Berlin; 1984 Dr. h. c. phil. der HU Berlin; gest. in Berlin.
Werke: Zeichnungen zu Voltaires Candide, 1933; Französische Partisanin. Gemälde
1943; Fischerbilder. 1950 – 53; Fischerfrauen.
1957 – 59; Bildnis  Fritz Cremer. 1963; Algerische Partisanen. 1959; Ché Guevara. 1968; Illustrationen zu: Hanns Cibulka: Sizilianisches Tagebuch. Halle 1960; Carlo Goldoni: Krach in Chioggia. Berlin 1970; Voltaire: Candide. Leipzig 1972; Erasmus v. Rotterdam: Lob der Torheit. Leipzig 1985.

Publ.: Le occasioni perdute: memorie 1899 – 1993. Milano 1994 (dt.: Verpaßte Gelegenheiten. Ein Künstlerleben in zwei Welten. Berlin 1997).
Sek.-Lit.: De Grada, R.: G. M. Dresden 1957; Kat. G. M. Altes Museum Berlin 1983; Mucchi, Realismo + Razionalismo. Galerie Poll Berlin 1989; Kat. G. M. Castello Sforzesco Milano 1999.
AnS

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