Biographische Datenbanken

Mueller-Stahl, Armin

* 17.12.1930
Schauspieler, Autor, Regisseur

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Tilsit (Ostpr. / Sowjetsk, Rußland); Vater Bankbeamter; Violinstudium am Städt. Konservatorium in Berlin, 1949 Examen als Musiklehrer; abgebrochenes Schauspielstudium; 1952 Engagement am Berliner »Theater am Schiffbauerdamm«; 1954 – 79 Volksbühne, Rollen in klass. Bühnenstücken, u. a. in: »Romeo u. Julia« (Mercurio), »Don Carlos« (Marquis Posa), »Emilia Galotti« (Prinz); Filmdebüt 1956 mit »Heiml. Ehen« (R:  Gustav von Wangenheim); weitere Rollen in DEFA-Filmen u. a.: 1960 in dem Abenteuerfilm (TV) »Flucht aus der Hölle«, unter der Regie von  Frank Beyer, 1960 in »Fünf Patronenhülsen«, 1962 in »Königskinder« u. 1963 in »Nackt unter Wölfen«; 1963 in »Preludio 11«, 1965 als Wolfgang Pagel in der vierteiligen Hans-Fallada-Verfilmung »Wolf unter Wölfen« (TV, R:  Hans-Joachim Kasprzik), 1966 in »Columbus 64« (TV); 1966 Kunstpreis der DDR; 1967 in »Ein Lord am Alexanderplatz« (R:  Günter Reisch), 1968 in dem fünfteiligen TV-Film »Wege übers Land« (R: Martin Eckermann), 1970 als Hilfs-Sheriff u. Halbbruder des Häuptlings in dem Indianerfilm »Tödlicher Irrtum«, 1972 in »Der Dritte« (R:  Egon Günther) u. »Januskopf«; 1972 NP; 1973 in »Die Hosen des Ritters von Bredow«, 1973 – 76 als Achim Deetjen in der DFF-Agenten-Serie »Das unsichtbare Visier« (R:  Peter Hagen), 1974 in »Jakob der Lügner« nach dem Buch von  Jurek Becker (R: Frank Beyer), 1977 »Die Flucht« (R:  Roland Gräf), 1978 in der TV-Prod. »Geschlossene Gesellschaft« (R: Frank Beyer); Chansonsänger mit eigenen Kompositionen, Maler; 1976 Mitunterz. der Protestresolution gegen die Ausbürgerung  Wolf Biermanns; nachdem attraktive Rollenangebote unterbleiben, verläßt er 1980 die DDR; nach der Übersiedl. Rollen in zahlr. Filmen in der Bundesrep. Dtl. (1981 »Lola«, 1982 »Die Sehnsucht der Veronika Voss«, R: Rainer Werner Fassbinder); 1982 Filmband der Bundesrep. Dtl.; in Österreich u. Ungarn: 1984 »Oberst Redl« (R: István Szabó); in Frankreich u. in den USA: 1989 »Music Box« (R: Costa-Gavras), 1990 »Avalon« (USA, R: Barry Levinson), 1991 »Night on Earth« (R: Jim Jarmusch), 1992 »Kafka« (USA/F), 1993 »Der Kinoerzähler«, 1997/98 »Gespräch mit einer Bestie« (auch Regie), 1999 »Jakob der Lügner« (USA); mehrf. »Oscar«-Nom. mit erfolgr. Hollywood-Filmen; Thomas Mann in »Die Manns – ein Jahrhundertroman« (TV); 2003 »Goldene Henne«; 2006 Ankündigung des Rückzugs aus dem Filmgeschäft; 2007 gestaltete Lithographien für die 30-bändige Brockhaus-Enzyklopädie; 2007 Ehrenpreis des Dt. Filmpreises für sein Lebenswerk; 2008 Bundesverdienstkreuz; lebt an der Ostsee u. in Berlin.

Publ.: A. M.-S., Verordneter Sonntag. Autobiogr. Roman. München 1990; Drehtage. »Music Box« u. »Avalon«. Hrsg. v. F. Duve. München 1991; Unterweges nach Hause. Zürich 1997; Venice. Ein amerikan. Tagebuch. Berlin 2005.
Sek.-Lit.: Hölzl, G.; Lassoncyk, T.: A. M.-S. – Seine Filme, sein Leben. 1992; Michel, G.: A. M.-S. Die Biogr. Ein intimes Porträt des Charakterdarstellers. München 2000.
MoK

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis