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Müller, Richard

* 17.7.1903, † 7.7.1999
Chemiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Hartha / Döbeln; Vater Angest.; 1910 – 14 Volksschule in Hartha, anschl. Gymnasium in Waldheim u. Döbeln, dort 1923 Abitur; 1923 – 31 Chemiestudium an der Univ. Leipzig, dort 1928 Verbandsexamen, 1931 Prom. mit der Arbeit »Beiträge zur Kenntnis des Systems Nickeloxyd-Sauerstoff-Wasser«; ab 1931 Mitarb. der Chem. Fabrik von Heyden AG in Radebeul, 1933 Aufbau u. Ltg. der Forschungsabt. für Silikone sowie bis 1945 auch Betriebsltg. der kolloidchem. Abt.
Nach der Demontage maßgeblich am Wiederaufbau der Betriebs- u. Forschungsstätten des Werks als VEB Chem. Fabrik von Heyden (seit 1954 VEB Silikonchemie Radebeul) beteiligt; 1949 Aufbau u. Ltg. einer Abt. Organ. Fluorverbindungen, die 1954 dem Inst. für Spezialkunststoffe Dresden angegliedert wurde; 1951 NP; 1954 Berufung zum nebenamtl. Prof. für Silikon- u. Fluorcarbonchemie der TH Dresden; 1961 – 68 Dir. des wiss.-techn. Zentrums für Silikon- u. Fluorkarbonchemie Radebeul; 1968 Ruhestand bei Fortsetzung der Vorlesungstätigkeit (bis 1972) u. spezieller Forschungsaktivitäten; Clemens-Winkler-Med. der Chem. Gesell. der DDR; 1992 Dr. h. c. TU Dresden; gest. in Radebeul.
Das von M. 1941 entdeckte techn. Herstellungsverfahren von Ausgangsprodukten für die Silikonprod. ist als Müller-Rochow-Synthese bis heute weltweit Basis der Silikonprod. u. machte ihn zum »Vater der Silikone«. Darüber hinaus haben auch seine anderen herausragenden wiss. Beiträge u. Patente zur siliciumorgan. Chemie maßgebl. zur Entw. der Silikonchemie in der DDR beigetragen. Im Juni 1953 setzte sich M. als einer der Wortführer im VEB Chemische Fabrik für die Belegschaftsinteressen ein.

Publ.: Über Silikone. In: Angewandte Chemie (1950) 2.
Sek.-Lit.: K. Rühlmann: In memoriam Professor R. M. In: Wiss. Ztschr. der TU Dresden H. (1999) 4; W. Reschetilowski: R. M. – Vater der Silikone. In: Nachrichten aus der Chemie (2004) 52.
DiH

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