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Müller, Vincenz

* 5.11.1894, † 12.5.1961
Chef des Hauptstabs der Kasernierten Volkspolizei bzw. NVA

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Aichach (Bayern); Vater Gerbermstr.; Kloster-Gymnasium; seit 1.10.1913 Berufssoldat; Offz. im 1. Weltkrieg; 1914 EK II; danach Grenzschutz u. Reichswehr; ab 1923 Mitarb. der Organisationsabt. des Reichswehrmin., u. a. Adj. bei Gen. Kurt von Schleicher; 1933 – 37 im Gen.-Stab; 1937 – 39 Gen.-Stabsakad., Oberst; 1940 – 43 Chef des Stabs des Armeeoberkommandos 17 in Zakopane; 1943 Gen.-Ltn., Kommandierender Gen. eines Armeekorps u. zul. stellv. Oberbefehlshaber der 4. Armee; 1944 Ritterkreuz des EK; 8.7.1944 Einstellung des Kampfs beim Zusammenbruch der Heeresgr. Mitte; 1944 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft; durch ein NS-Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt; Mitgl. des Bunds Dt. Offz., Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk, dort Ass. u. Seminarltr. für Philos.
Sept. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Chefinspekteur der VP; NDPD; ab 1949 Mitgl. ihres Hauptaussch.; Febr. – Okt. 1949 Pol. Geschäftsf., Okt. 1949 – Okt. 1952 stellv. Vors.; 1950 – 58 Abg. der Volkskammer (Sekr. des 2. Dt. Volksrats), bis 1952 deren Vizepräs.; 1952/53 Stellv. des Minister des Innern u. Chef der HV Org./Chef des Stabs (Nachf. von  Bernhard Bechler), 1.10.1952 Gen.-Ltn.; 1953 – 55 Chef des Hauptstabs der KVP u. Chef des Stabs; 1956 Stellv. des Min. für Nat. Verteidigung u. Chef des Hauptstabs der NVA; 1955/56 im Auftrag der Reg. geheime Gespräche mit Bundesmin. Fritz Schäffer über eine dt. Konföderation; ab 1958 Ruhestand; zeitw. Berater im Min.; 1961 Suizid in Berlin-Schmöckwitz.

Publ.: Ich fand das wahre Vaterland. Berlin 1963 (Hrsg. K. Mammach).
Sek.-Lit.: Lapp, P.-J.: Todesursache: Fenstersturz? Der erste Gen.-Stabschef der NVA, V. M. In: Dtl. Archiv (1999) 1; Lapp, P.-J.: General bei Hitler u. Ulbricht. V. M. – Eine dt. Karriere. Berlin 2003; Searle, A.: »Vopo«-General V. M. and Western Intelligence, 1948 – 54. In: Intelligence and National Security (2002) 2.
BRB; HME

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