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Mylius, Karin

geb. Loebel
* 11.1.1934, † 13.12.1986
Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Münster (Westf.) als Tochter eines Polizeihauptwachtmstr. (nach eig. Angaben dessen Adoptivkind), aufgew. in Halle; Volksschule; Stenotypistin; 1955 zeitw. illeg. Übersiedl. nach Stuttgart; 1957 Rückkehr in die DDR; Sekr. des Präs. der Jüd. Gemeinden in der DDR u. des Vors. der Jüd. Gemeinde Halle,  Hermann Baden; nach dessen Tod
1966 – 86 Vors. der Jüd. Gemeinde Halle; seit 1960 operative Bearbeitung durch das MfS zur pol. Orientierung des Vaters im Nat.-Soz. u. seiner Beteiligung an Judenverfolgungen in Lettland u. Litauen, zu falschen Angaben über K. M.s jüd. Herkunft, zu fingierten Aktionen antisemit. Inhalts; 1976 setzte K. M. durch, daß ihr Vater – obwohl nichtjüd. – auf dem Jüd. Friedhof beerdigt wurde; später Exhumierung u. Überführung auf den Gertraudenfriedhof; 1984 Wahl zur Stadtverordn.; VVO; seit 1984 verstärkte Kritik innerhalb der Jüd. Gemeinden der DDR zur Herkunft von K. M. u. zu ihrer Amtsführung als Vors. der Jüd. Gemeinde u. erhöhtes Interesse des MfS an ihrer Absetzung; 1986 Beendigung der Tätigkeit für die Jüd. Gemeinde; gest. in Halle.

Sek.-Lit.: Biogr. Kurzporträt von K. M. In: Eschwege, H.: Fremd unter meinesgleichen. Erinnerungen eines Dresdner Juden. Berlin 1991; Hirschinger, F.: Fälschung u. Instrumentalisierung antifasch. Biographien. Das Beispiel Halle/Saale 1945 – 2005. Göttingen 2007.

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