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Neubert, Ehrhart

* 2.8.1940
Religionssoziologe, Bürgerrechtler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Herschdorf (Thür.) in einer Pastorenfamilie, aufgew. in Großenbehringen u. Sonneberg; 1958 Abitur; 1958 – 63 Studium der Theol. an der FSU Jena; 1964 – 84 Vikar u. Pfarrer in Niedersynderstedt (Kirchenkrs. Weimar); ab 1973 auch Studentenpfarrer in Weimar; 1967 – 75 Teiln. an versch. informellen Zirkeln, die (beeinflußt durch  Robert Havemann) philosoph. u. soziolog. Themen bearbeiteten; 1976 CDU (Austritt 1984); seit 1979 Mitarb. in Friedenskrs. der ESG; Konflikte mit staatl. u. kirchl. Instanzen im Kontext der Bew. »Schwerter zu Pflugscharen«; Mitarb. in Thür. Friedensgr., Kontakte zu sozialeth. Gruppen in der gesamten DDR; seit 1984 Ref. für Gemeindesoziol. in der Theolog. Studienabt. beim Bund der Ev. Kirchen in Berlin; zahlr. soziolog. Studien zur Sozialstruktur u. zu sozialeth. Fragen, u. a. die erste soziolog. Interpretation der opp. Gruppen der 80er Jahre in »Religion in der DDR-Ges. Zum Problem der sozialisierenden Gruppen ...« (1985); Publ. in der Bundesrep. Dtl. unter dem Ps. »Christian Joachim«; Juni 1989 Mitgl. des Initiativkrs. zur Gründung der Partei Demokrat. Aufbruch (DA), maßgebl. beteiligt an der Ausarbeitung des Parteiprogramms; Dez. 1989 – Jan. 1990 stellv. Vors. u. Vertreter des DA am Zentr. Runden Tisch; Mitarb. in versch. Untersuchungskommissionen; Jan. 1990 Parteiaustritt nach der konservativen Wende des DA; seitdem wieder im kirchl. Dienst; Mitarb. in versch. informellen Gruppen, u. a. Komitee Freies Baltikum, Initiative Recht u. Versöhnung.
1992 – 94 Mitarb. der Fraktion Bündnis 90 im Untersuchungsaussch. des Brandenb. Landtags zu den Vorwürfen gegen den Min.-Präs. des Landes Brandenb.  Manfred Stolpe; E. N.s Untersuchung war maßgebl. Grundlage für das Minderheitenvotum des Bündnis-Abg.  Günter Nooke gegen den Abschlußbericht des Untersuchungsaussch.; 1996 CDU; Gründungsmitgl. u. stellv. Vors., seit 2005 Vors. des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur; 1996 Prom. an der Freien Univ. Berlin mit einer Arbeit zur Geschichte der DDR-Opp.; 1997 – 2005 Fachbereichsltr. in der Abt. Bildung u. Forschung beim Bundesbeauftr. für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR; 1998 Vorstandsmitgl. der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; 2005 Ruhestand, lebt in Erfurt.

Publ.: Gesellsch. Kommunikation im sozialen Wandel. Berlin 1989; Eine protestant. Rev. Berlin 1990; Untersuchung zu den Vorwürfen gegen den Min.-Präs. des Landes Brandenb. Dr. M. Stolpe. Berlin 1993. Geschichte der Opp. in der DDR 1949 – 89. Berlin 1998; Die verdrängte Rev. Der Platz des 17. Juni in der dt. Geschichte. Bremen 2004 (mit B. Eisenfeld u. I.-S. Kowalczuk); Unsere Rev. – Geschichte der Jahre 1989/90. München 2008.
JaW

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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