Biographische Datenbanken

Oelßner, Fred (Larew)

* 27.2.1903, † 7.11.1977
Wirtschaftswissenschaftler, Mitglied des Politbüros

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Leipzig; Sohn des Gewerkschafts- u. KPD-Funktionärs  Alfred O.; Mutter Falzerin; Mittelschule in Weißenfels; 1917 – 19 Lehre als Kfm. u. Müller im Mühlenwerk Beuditz (b. Weißenfels); gleichz. Fortbildungsschule; 1917 SAJ; 1918 FSJ; wegen pol. Tätigkeit nach eineinhalb Jahren Entlassung aus der Lehre; 1919 – 21 Kontorist im Genossenschaftsdienst in Halle; 1919 – 21 Bez.-Ltr. der Soz. Proletarierjugend bzw. KJVD in Halle-Merseburg; Mai 1919 USPD, Dez. 1920 KPD; März 1921 Teilnehmer des mitteldt. Aufstandes, einige Mon. illeg. in Berlin; dann Mitarb. des ZK der KPD; Herbst 1921 – Jan. 1922 Volontär an der »Hamburger Volksztg.«; Febr. 1922 – 23 Red. der »Schles. Arbeiterztg.« in Breslau; dann Red. in Chemnitz u. Stuttgart; Dez. 1923 verhaftet, wegen »Vorber. zum Hochverrat« im Sept. 1924 vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, im Jan. 1925 aus Cottbus entlassen; dann Red. in Remscheid u. Aachen; im April 1926 Delegierung nach Moskau; 1926 – 32 RKP(B); 1926 – 28 Schüler u. 1929 Aspirant an der Lenin-Schule; danach Mitarb. an der ökonom. Fak. des Inst. der »Roten Professur« in Moskau; Sommer 1932 Rückkehr nach Dtl.; Mitarb. der Agitpropabt. des ZK der KPD; Lektor an der Reichsparteischule der KPD »Rosa Luxemburg« in Fichtenau (b. Berlin); 1933 illeg. Tätigkeit; Dez. 1933 Emigr. in das Saargeb.; danach Mitarb. der KPD-Führung in Paris, persönl. Sekr. von  Walter Ulbricht; 1934 Ltr. von Parteischulungskursen in Amsterdam, Zürich u. Prag; ab März 1935 UdSSR; Doz. für Politökon. an der Lenin-Schule u. der KUNMZ in Moskau, 1.10.1936 Entlassung wegen angebl. ideolog. Abweichungen; danach ohne feste Anstellung, Übersetzungen u. schriftsteller. Tätigkeit; Sept. 1938 – 22.6.1941 Tätigkeit in der Papierfabrik »Bop« in Moskau, Ltr. der Planabt.; März 1940 sowj. Staatsbürgerschaft; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; Juni 1941 – Herbst 1944 zunächst Red. u. dann Chefred. der dt. Red. des Moskauer Rundfunks; Evakuierung im Okt. 1941 nach Kuibyschew, dort Parteisekr. der dt. Gruppe beim Moskauer Rundfunk; Anf. 1943 Mitgl. einer von der KPD-Führung initiierten Arbeitsgr. über Propagandafragen; Febr. – Aug. 1944 Mitarb. in einer Arbeitskommission zur Ausarbeitung des Nachkriegsprogramms der KPD, Mitgl. der Unterkommission zur »Rolle der Gewerkschaft« u. zu Wirtschaftsfragen; ab Sept. 1944 Lehrer an der Parteischule der KPD Nr. 12 bei Moskau; ab 1.5.1945 Einsatz unter Ltg. von  Anton Ackermann in einer Gruppe dt. Kommunisten im Bereich der 1. Ukrain. Front in Sachsen; Red. einer Ztg. der Roten Armee in Dresden.
1945 Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. des ZK der KPD; 1946 Ltr. der Abt. Parteischulung u. Okt. 1947 – Febr. 1949 der zusammengelegten Abt. Parteischulung, Kultur u. Erziehung im PV der SED; 1947 – 58 Mitgl. des PV bzw. ZK der SED; 1949 NP; 1949 – 58 Mitgl. der Volkskammer; Febr. 1949 – 55 Mitgl. des Kleinen Sekr. bzw. Sekr. u. von 1950 – 58 des PB des ZK der SED; 1950 – 56 Chefred. der »Einheit«; gleichz. Hrsg. des wiss. Bulletins »Konjunktur u. Krise«; Dez. 1951 nichthauptamtl. Ltr. des Lehrstuhls »Pol. Ökon.« am IfG beim ZK der SED; 1953 Mitgl. der DAW; ab 1954 Vors. der Sekt. Wirtschaftswiss. der DAW; 1955 u. 1965 VVO; 1955 – 58 Stellv. des Vors. des Min.-Rats u. Vors. der Kommission für Konsumgüterprod. u. Versorgung der Bevölkerung beim Präs. des Min.-Rats; 1956 Prof. für pol. Ökon. am IfG; Febr. 1958 im Zusammenhang mit der  Ernst-Wollweber- Karl-Schirdewan-Affäre wegen »wiederholter Verletzung der Disziplin des PB« aus diesem Gremium ausgeschl., März 1958 Enthebung von allen Funktionen im Staats- u. Parteiapparat; 1958 – 69 Dir. des Inst. für Wirtschaftswiss. der DAW; Sept. 1959 öffentl. Selbstkritik wegen »Opportunismus u. pol. Blindheit« in den Jahren 1956/57; 1961 – 68 Mitgl. des Präs. der DAW, zunächst Sekretar, dann stellv. Vors. der Kl. für Ges.-Wiss. (Philos., Geschichte, Staats-, Rechts- u. Wirtschaftswiss.) der DAW; Vors. des Nationalkomitees für Wirtschaftswiss.; 1968 Dr. h. c. der HU Berlin; 1973 KMO; gest. in Berlin.
F. O. zählt zu den Gründern der pol.-ökonom. Lehre u. Forschung in der DDR.
Arbeitsthemen: Sozialdemokrat. Theoretiker (Franz Mehring, Rudolf Hilferding, Rosa Luxemburg); marxist. Krisen- u. Monopoltheorie; Kritik bürgerl. Konjunkturtheorien; marxist. Arbeitswerttheorie; ökonom. Gesetze, Preisbildung u. Rechnungsführung im soz. Wirtschaftssystem.

Publ.: u. a. Der Marxismus der Gegenwart u. seine Kritiker. Berlin 1948; Die Wirtschaftskrisen. 1. Bd. Berlin 1949; Rosa Luxemburg. Berlin 1952; Probleme der Krisenforschung. Berlin 1959; Ein Beitrag zur Monopoltheorie. Berlin 1960; Die Arbeitswerttheorie als wiss. Grundlage der Marx’schen pol. Ökon. Berlin 1967.
HaS; PeE

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis