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Ostrowski, Otto

* 28.1.1883, † 18.6.1963
Oberbürgermeister von Groß-Berlin

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Spremberg; Vater Tuchmacher, Werkmeister; 1889 – 97 Grundschule, Gymn.; als Werkstudent Studium der Literaturwiss. u. Romanistik an der Kaiser-Wilhelm-Univ. Berlin; 1909 Prom. mit »Le Mystère de Saint Crespin et Crespinien nach dem Manuskript No. 219 der Bibliothek in Chantilly« an der Univ. Greifswald; anschl. Privatlehrer in Luckenwalde, Lyon u. Sheffield; ab 1914 wiss. Hilfslehrer in Lankwitz (b. Berlin); 1918 Oberlehrer am Realgymn. Lankwitz; 1918 SPD; 1919 SPD-Vertreter in der Gemeindevertretung Lankwitz (ab 1920 Berlin-Lankwitz); 1920 Mitgl. der Bezirksverw. Steglitz; 1922 aus dem Schuldienst ausgeschieden, 1922 – 26 Bürgermstr. von Finsterwalde; 1926 –33 Bürgermstr. des Berliner Bez. Prenzlauer Berg; März 1933 von der SA verhaftet u. entlassen; Arbeit als Hausverwalter in Berlin, half untergetauchten Juden in Berlin u. Umgebung; 1943 Berentung, versch. Tätigkeiten, u. a. Eröffn. einer Buchhandlung in Berlin (Treffpunkt von Widerstandskreisen); lebte ab 1944 in Calau, wo seine jüd. Frau versteckt war.
1945 SPD; Mai 1946 Bezirksbürgermstr. von Berlin-Wilmersdorf; Nov. 1946 erster gewählter OB von Groß-Berlin (Nachf. von  Arthur Werner); trotz Vorbehalten gegen die Vereinigung von KPD u. SPD (Ost) Bereitschaft zur Kooperation mit der SED; nach der Weigerung, SED-Funktionäre aus dem Magistrat zu entlassen, Mißtrauensantrag der eigenen Fraktion, Apr. 1947 Rücktritt; 1947 – 51 Ltr. des neugeschaffenen Hauptprüfungsamts in Berlin-West (Vorläufer des Rechnungshofs); 1951 Ruhestand; gest. in Kokken (Belgien).

Sek.-Lit.: Gniffke, E.: Jahre mit Ulbricht. Köln 1966; Schlegelmilch, A.: O. O. u. die Neuorientierung der Sozialdemokratie in der Viersektorenstadt Berlin. In: Jahrbuch für die Gesch. Mittel- u. Ostdeutschlands (1994) 42; Podewin, N.: O. O. – der gelöschte Oberbürgermeister. Ein Schicksal im Berlin des Kalten Krieges. Berlin 2004.
BRB

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