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Peet, John Scott

* 27.11.1915, † 26.7.1988
Journalist, Chefredakteur des »Democratic German Report«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in London; Vater Journalist, Mutter Lehrerin; 1920 – 27 Privatunterricht; 1927 – 34 Schulausbildung in Yorck; ab 1934 Lokalreporter; 1935 Mitgl. der KP Großbritanniens; 1935 Rekrut des königl. Garde-Regiments, Abbruch auf eigenen Wunsch; 1935 / 36 Englischlehrer u. freischaff. Journalist in Wien; 1936 / 37 Englischlehrer in Prag; Aug. 1937 von London über Paris nach Spanien; Sept. 1937 – Dez. 1938 Soldat im Brit. Bataillon der Internat. Brigaden (15. Brigade); Anwerbung für das NKWD; Dez. 1938 Rückkehr nach London; 1939 arbeitslos; 1939 – 42 Soldat der Brit. Armee in Palästina; 1942 – 45 Chefred. von Radio Jerusalem.
1945 / 46 Chefkorresp. von Reuter in Wien; 1946 / 47 Chefkorresp. der Agentur Reuter in Prag; 1947 – 50 Chefkorresp. der Agentur Reuter in West-Berlin; Anf. Juni 1950 spektakulärer Übertritt in die DDR (konspirativ vorbereitet durch seine Bekannten aus der Wiener Zeit,  Georg Honigmann u.  Walter Hollitscher); 12.6.1950 auf einer internat. Pressekonferenz im Amt für Information (zus. mit  Gerhart Eisler) Erklärung, »den angloamerikan. Kriegshetzern nicht länger dienen zu können«; anschl. als Propaganda-Redner u. Journalist in der DDR-Provinz; VDJ; ab 1952 Hrsg. u. Chefred. des 14-tägig erscheinenden »Democratic German Report«, einer Ztschr. für DDR-Auslandspropaganda; 1952 Heirat mit der Journalistin Georgia Tanewa; 1953 mehrere Befragungen durch die ZPKK im Kontext der Untersuchungen gegen ehem. Westemigranten (P. kannte mehrere der Angeklagten im Prager Slánský-Prozeß); 1956 Hans-Beimler-Med.; 1969 Verdienstmed. der DDR; 1975 Stern der Völkerfreundschaft; Dez. 1975 durch Politbüro-Beschluß Einstellung der Ztschr. »German Report«, weil der Hrsg. »aus obj. u. auch aus subj. Gründen nicht mehr eine politisch unanfechtbare Linie der Ztschr. zu garantieren« in der Lage sei (Hintergrund war die zunehmend krit. Spiegelung der DDR-Gesell., u. a. durch den Nachdruck eines Artikels von  Stefan Heym aus dem »New York Times Magazine«); 1976 Rentner; Übersetzer, v. a. der Werke von Marx u. Engels ins Englische; gest. in Berlin.

Publ.: The Long Engagement: Memoirs of a Cold War Legend. London 1989 (dt. »Der Spion der keiner war«. Wien, Zürich 1991).
Sek.-Lit.: Andrew, Ch. / Mitrochin, W.: Das Schwarzbuch des KGB. Berlin 1999; Mann, E.: Der Fall J. P. (1950). In: Dies.: Blitze überm Ozean. Aufsätze, Reden, Reportagen. Reinbek 2001; Berger, S., LaPorte, N.: J. P. (1915 – 1988). An Englishman in the GDR. In: History (2004) 293; Anderson, E.: Liebe im Exil. Berlin 2007.
BRB

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