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Pieck, Arthur

* 28.12.1899, † 13.01.1970
Generaldirektor der Lufthansa / Interflug

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bremen; Vater  Wilhelm P.; 1906 –14 Volks- u. Realschule in Bremen u. Berlin; April 1914 – Jan. 1918 Lehre als Schriftsetzer; 1914 Ltr. der SAJ in Berlin-Steglitz; 1915 Ltr. der Groß-Berliner SAJ; 1916 Mitgl. der Spartakusgr. u. der prov. Zentr. der opp. Arbeiterjugend; USPD; 1917 Verhaftung u. Anklage wegen »Hoch- u. Landesverrats«, Dez. 1917 Verweigerung der Rekrutierung zum Militärdienst; Febr. – Nov. 1918 Emigr. in die Niederlande; Hrsg. der Ztschr. für dt. Deserteure in den Niederlanden »Der Kampf«; Nov. 1918 Rückkehr nach Dtl.; Spartakusbund; Druckarbeiten für den Spartakusbund; Teilnehmer am Gründungsparteitag der KPD; Jan. 1919 Schriftsetzer in der Druckerei des »Vorwärts«; Teiln. an den Rev.-Kämpfen in Berlin; Febr. – Herbst 1919 Schriftsetzer in versch. illeg. Druckereien der KPD; Kurier der Parteizentr.; Jan. – März 1920 Haft im Gefängnis Moabit; ab März 1920 Ltr. des Nachrichtendienstes in Berlin-Steglitz u. Mitgl. des Ordnerdienstes; bis 1920 gleichz. Ortsgr.-Ltr. der KPD in Berlin-Steglitz; April 1920 – Okt. 1921 Angest. im Parteiverlag der KPD; 1921 – 25 Mitgl. der Berliner Ltg. des Nachrichtendienstes; Okt. 1921 – Okt. 1932 Angest. der sowj. Handelsvertr. in Berlin, Transportabt. u. landwirtschaftl. Abt.; 1922 Ltr. der Arbeiterwanderbew. zunächst in Berlin-Steglitz u. dann in Berlin; Ende 1922 Mitbegr. der »Proletar. Sprech- u. Spielgem. Steglitz«; 1923 Mitgl. der Bundesltg. des Arbeiter-Wanderbunds »Naturfreunde«; 1924 Ltr. des Berliner Sprechchors; Juni 1924 Arbeiter-Theater-Bund Dtl. (ATBD); 1925/26 Ltr. der Groß-Berliner Agitprop-Truppe »Rote Blusen«; 1927 Ltr. des ATBD in Berlin u. 1927 – 32 Ltr. der kommunist. Reichsfraktion im ATBD, 1928 – 32 1. Vors. des ATBD; 1929 Mitbegr. u. bis 1938 Mitgl. des Präs. des Internat. Arbeitertheater-Bunds (ab 1932 Internat. Rev. Theater-Bund, IRTB); Ltr. dessen Westeurop. Büros in Berlin; 1930 – 38 Mitgl. des Sekr. des IRTB; Okt. 1932 – 38 ständ. Mitarb. im Moskauer Sekr. des IRTB; zunächst bis 1933 Ltr. der Repertoire-Kommission; 1932 Lenin-Schule; Dez. 1932 – Febr. 1933 Aufenthalt in Berlin; ab 14.2.1933 – 34 zusätzl. Dir. der »Kolonne Links« / »Dt. Theater Kolonne Links«; Mai – Juni 1933 Ltr. des Org.-Komitees der Ersten Internat. Olympiade des Rev. Theaters in Moskau; ab 1934 Red. des IRTB-Organs »Ztschr. für Theater, Musik, Film, Tanz«; 1935 – 38
im Auftrag der IRTB Reisen ins Ausland;
am 24.3.1937 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Mai 1938 – Juni 1941 Mitarb. der Presseabt. der KI; Anf. 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 8.7. 1941 – Mai 1945 Oberpolitkommissar bzw. Hptm. in der pol. HV der Roten Armee; Prop.-Arbeit an der Front u. in Kriegsgefangenenlagern, Dez. 1941 mit  Walter Ulbricht Einsatz im Kriegsgefangenenlager Spaskij Zavod bei Karaganda; Sommer 1942 Prop.-Tätigkeit an der Kaukasusfront; Ende Nov. 1942 – Ende Jan. 1943 Hrsg. der dt.-spr. Ztg. »Neueste Nachrichten« an der Stalingrader Front; Orden des Vaterländ. Krieges; leitete im Sommer 1943 die organisator. Vorber. für die Einrichtung des NKFD; Ende April 1945 mit der Roten Armee Rückkehr nach Berlin.
Demobilisierung; 16.5.1945 – Dez. 1946 Mitgl. des Magistrats von Groß-Berlin u. Stadtrat für Personalfragen u. Verw.; April 1946 Delegierter des Vereinigungsparteitags von KPD u. SPD; 1946 Anerkennung als OdF; 14.3. – Juni 1947 Mitarb. der Wirtschaftsabt. des PV
der SED; 16.6.1947 – 15.10.1949 HA-Ltr. des Hauptamtes für Personalfragen u. Verw. der DWK; 16.10.1949 – 55 HA-Ltr. des Verw.-Amts der Reg.; 1.7.1955 – 59 Hauptdir. der Lufthansa (DDR), ab 1958 Interflug; 1.1. 1960 – 65 Stellv. des Ministers für Verkehrswesen u. ab 15.3.1961 Ltr. der HV der zivilen Luftfahrt; Mitgl. der Delegation der DDR in der Ständ. Kommission für Transport des RGW; Mitgl. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; Mai 1965 Pensionierung auf persönl. Wunsch, Ehrenrente; Ehrenbürger von Berlin; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; 1959 u. 1960 Banner der Arbeit; 1969 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Voßke, H.: Ein Wegbereiter der dt.-sowj. Freundschaft: A. P. In: BzG (1980) 3; Selesnjow, K. L.: Genosse Politruk. In: Militargeschichte (1975) 6; Fischer, E.: A. P. In: Für ein soz. Vaterland. Lebensbilder dt. Kommunisten u. Aktivisten der ersten Stunde. Berlin 1981; Heuer, L.: A. P. (1899 – 1970). Ein Leben im Schatten des Vaters. Berlin 2005.
PeE

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