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Polak, Karl

* 12.12.1905, † 27.10.1963
Rechtswissenschaftler, Mitglied des Staatsrats

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Westerstede bei Oldenburg; Vater Schlächter, Händler, Mittelbauer; jüd. Pensionsschule in Oldenburg, Abitur; 1925 – 29 Studium der Rechtwiss. an den Univ. Heidelberg u. Frankfurt (Main); 1927 – 29 Mitgl. einer Roten Studentengr.; Erstes jurist. St.-Ex.; anschl. Referendar am Kammergericht Berlin; Besuch der MASCH; 1932 Prom. zum Dr. jur. in Freiburg; 1.4.1933 wegen jüd. Abstammung aus dem Justiz-Vorbereitungsdienst entlassen; Emigr. nach Dänemark; Okt. 1933 auf Einladung der AdW zu Probevorlesungen in die UdSSR; dann wiss. Mitarb. am Inst. für Recht der AdW u. an der Gen.-Staatsanwaltschaft in Moskau; Sekr. des Komitees zur Verteidigung Ernst Thälmanns; Sommer 1941 Mobilisierung für den Bau von Verteidigungsanlagen (Panzergräben); Nov. 1941 Evakuierung des Inst. für Recht nach Taschkent; 1942 – 45 Lehr- u. Forschungstätigkeit im Jurist. Inst. der Usbek. SSR in Taschkent; ab Aug. 1945 erneut Mitarb. am Inst. für Recht der AdW in Moskau; 4.2.1946 Verteidigung als Kand. der Rechtswiss. am Zentr. Forschungsinst. für jurist. Wiss. beim Volkskommissariat für Justiz.
Febr. 1946 Rückkehr nach Dtl.; März 1946 Ltr. der Rechtsabt. des ZK der KPD; April/ Mai 1946 – April 1948 Ltr. der Abt. für Justiz im ZS der SED; Ende Juli 1946 Entwurf für die Verfassung einer »Demokrat. Rep. Dtl.«; 1.9.1946 SED; VVN; März 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats; ab April 1948 Vorlesungen für Staatslehre u. Staatsrecht an der KMU Leipzig; gleichz. persönl. Ref. von  Wilhelm Pieck u.  Otto Grotewohl für »Verfassungsfragen«; als Vertreter von Otto Grotewohl im Verfassungsaussch. des Dt. Volksrats, Ltr. des Unteraussch. für die Kodifizierung der Verfassung; nach Berufung zum Prof. für allg. Staatslehre, Staats- u. Rechtswiss. an die KMU Leipzig am 31.5.1949 Ausscheiden aus dem ZS der SED; ab Okt. 1949 Abg. der (Prov.) Volkskammer; Mitarb. in den Aussch. für Verfassung u. Recht sowie für örtl. Volksvertr.; maßgebend beteiligt an der Ausarbeitung der Verfassung der DDR; Mitgl. des Staats- u. Verfassungspol. Aussch. beim ZK der SED; Mithrsg. der Ztschr. »Sowjetwiss.«; Vorlesungen über Staats- u. Verfassungslehre an der MLU in Halle; 1.4.1952 – 1.10.1953 wiss., jurist. Mitarb. beim Büro des Präs. des NR der NF; 1.10.1953 – 15.7.1954 Ltr. der Abt. Staat u. Recht im Aussch. für dt. Einheit; 15.7.1954 –1960 wiss. Mitarb. der Abt. Staatl. Verw. des ZK der SED; 1959 VVO; 1960 – 63 Mitgl. des Staatsrats; 1961 Ord. Mitgl. der DAW; ab 1963 Ltr. des Inst. für staats- u. rechtswiss. Forschung der AdW u. Vors. des gleichn. Wiss. Rats; maßgebl. beteiligt an der Erarbeitung des Erlasses des Staatsrats vom April 1963 zur Neugestaltung der Rechtspflege in der DDR; Mitgl. des Zentralvorst. der Vereinigung Demokrat. Juristen Dtl.; gest. in Berlin.
Sek.-Lit.: Poppe, E., Weichelt, W.: K. P.s Beitrag zur Herausbildung einer marxist.-leninist. Staats- u. Rechtswiss. in der DDR. Fs. zum 80. Geb. Berlin 1987; Laufer, J.: Die Verfassungsgebung in der SBZ 1946 – 1949. In: Aus Pol. u. Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenztg. Das Parlament vom 31.7.1998.

Publ.: Marxismus u. Staatsrecht. Berlin 1947; Die Weimarer Verfassung, ihre Errungenschaften u. Mängel. Berlin 1949; Die Demokratie der Arbeiter-u.-Bauern-Macht. Berlin 1957; Zur Dialektik in der Staatslehre. Berlin 1963; Zur Entw. der Arbeiter-u.-Bauern-Macht. Reden u. Aufsätze (mit Gesamtbibl.). Berlin 1968.
JaW; PeE

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