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Bialek, Robert

* 23.6.1915, † 4.2.1956
Generalinspekteur der Volkspolizei

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Arbeiter; Mittelschule; Ausbildung zum Kfm.; 1929 SAJ, 1933 KJVD; KPD (O); ab 1933 illeg. pol. Arbeit; 1935 Verhaftung; Verurteilung zu fünf Jahren Haft, danach »Schutzhaft«; ab 1943 illeg. in Breslau.
1945 nach Sachsen, dort Bez.-Jugendsekr. der KPD, Landesjugendltr. Sachsen, 1. Vors. der FDJ in Sachsen, Mitgl. des FDJ-ZR; 1946 – 48 Abg. im Sächs. Landtag; 1946/47 Sekr. der SED-LL; 1947/48 PHS; danach in der DVdI HA-Ltr. für pol. Schulung im Rang eines Generalinspekteurs der DVP; Okt. 1948 Amtsenthebung wegen pol. Differenzen; kam zur Bewährung nach Großenhain, dort zunächst 1. Sekr. der SED-KL; nach erneuter Ablösung Kulturdir. im VEB Lokomotiv- u. Waggonbau Bautzen; nach Konflikten mit  Walter Ulbricht 1952 SED-Ausschl.; nach dem Aufstand vom 17.6.1953 Flucht mit der Familie nach Berlin (West); SPD; aufsehenerregende Interviews u. Sendungen im dt.-spr. Dienst der BBC; Mitarb. des Ostbüros der SPD (»Bruno Wallmann«), Aufbau eines Kontaktnetzes in der DDR; am 4.2.1956 Entführung durch das MfS nach Berlin (Ost) mittels Betäubung auf einer fingierten Geburtstagsfeier; starb unter ungeklärten Umständen als Gefangener des MfS.

Sek.-Lit.: Gotschlich, H. u. a.: »Das neue Leben muß anders werden ...« Berlin 1996; Klier, F.: Das kurze Leben des R. B. Dok.-Film 1997; Herms, M., Noack G.: Aufstieg u. Fall des R. B. Berlin 1998; Kellerhoff, S. F.: Stasi-Mord nach 52 Jahren aufgeklärt. In: Die Welt, 7.4.2008.
MiH

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