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Raddatz, (Albert

* 7.11.1904, † 12.2.1970
Generalsekretär der VVN, Opfer SED-interner Repressionen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Magdeburg; Vater Arbeiter; Bürgerschule; 1919 – 23 Ausbildung zum Schriftsetzer; 1919 »Bildungsverein junger Arbeiter u. Arbeiterinnen« bzw. »Freie Sozialistische Proletarierjugend«; 1920 Verb. der Buchdrucker; 1921 USPD; 1922 – 24/26 SPD, Austritt we-
gen Funktionsverbots für ein Jahr; 1923 – 33 Schriftsetzer; 1925/26 Wanderschaft durch Österreich u. Italien; 1927 KPD; RH; tätig in der Ortszelle u. im militärpol. Abwehrapparat der KPD in Magdeburg; 1931 – 33 Ltg einer illeg. Druckerei; 1933 Pol.-Ltr. der BL Magdeburg u. Aug. 1933 Org.-Ltr. der BL Thür.; 15.11.1933 verhaftet u. Juli 1934 wegen »Hochverrats« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, Häftling in Luckau; Dez. 1936 entlassen, unter Polizeiaufsicht; 1937 – 40 Druckereiarb. u. ab Ende 1938 illeg. antifa. Tätigkeit; im Zusammenhang mit dem fasch. Überfall auf die UdSSR im Juli 1941 erneut verhaftet, 1941 – 45 KZ Sachsenhausen, Haftkamerad von  Karl Schirdewan; dort in der Ltg. der illeg. KPD; auf dem Evakuierungsmarsch nach Mecklenb. geflüchtet u. zur Roten Armee übergelaufen.
1945 Pol.-Ltr. der KPD in Berlin-Hermsdorf; 12.6.1945 Ltr. des Hauptaussch. OdF beim Berliner Magistrat, März 1946 von den Westkommandanten der Stadt gekündigt; 1946 SED; Febr. 1947 – Frühjahr 1949 Gen.-Sekr. der VVN in der SBZ (an der Seite des Vors.  Ottomar Geschke); mit Hans Schwarz Geschäftsf. des Interzonensekr. der VVN u. für die Bildung einer überparteilichen, überkonfessionellen Org. aller Gruppen des antifa. Widerstands; Febr. 1948 in den engeren Zentralvorst. der VVN gewählt, April 1949 als Gen.-Sekr. zurückgezogen, strenge Rüge; ab 1.6. 1949 in der Abt. Parteibetriebe beim PV der SED; Aug. 1949 – 53 verantw. Red. der Ztschr. »Dokumentation der Zeit« u. Abt.-Ltr. am DIZ; Okt. 1953 – 60 Abt.-Ltr. beim Aussch. für Dt. Einheit; 1952/53/54 wiederholt Parteiverfahren; 1955 Erwerb eines Fachbriefs als Red.; 1956 VVO; 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Fasch; 1959 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; 13.4.1960 Beschluß der ZPKK zur Löschung aller Parteistrafen; 22.6.1960 in U-Haft wg. öff. Kritik an  Walter Ulbricht u. seiner Freundschaft zu  Karl Schirdewan u.  Heinz Brandt); Okt. 1961 Ausschl. aus der SED (am 3.10.1992 von der PDS rehabil.); 10.5.1962 gem. mit  Heinz Brandt u. Wilhelm Fickenscher vom Obersten Gericht wegen »schwerer Spionage« u. »Verletzung des Amtsgeheimnisses im besonders schweren Fall« zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, 18.12.1964 amnestiert; 15.2.1965 bis zu seinem Tod Archivbearb. in der Dt. Staatsbibliothek in Berlin, Aufbau dieses Archivs; Ltr. der Veteranenkommission in der Bibliothek u. Mitgl. der Veteranenkommission beim Bundesvorst. der Gewerkschaft Wiss.; gest. in Berlin; 5.4.1994 vom LG Berlin rehabilitiert.

Publ.: Fasch. und Krieg. Berlin 1952; Der Herrenspiegel. Berlin 1954; Urlaub auf Sylt. Berlin 1958; Unternehmen Teutonenschwert. Berlin 1959 (zus. mit Annelie u. Andrew Thorndike).
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