Biographische Datenbanken

Reichelt, Hans

* 30.3.1925
Stellv. Vorsitzender des Ministerrats, Minister für Land- u. Forstwirtschaft

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Proskau (Krs. Oppeln, Oberschles./ Proszkow, Polen); Mutter Hausnäherin; Volks- u. Oberschule; 20.4.1943 NSDAP (Anwärter); 1943 RAD; 1943 – 45 Wehrmacht, zul. Ltn.; ab 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule.
1949 Rückkehr nach Dtl.; DBD; Ltr. der HA Org. im PV; seit 1950 Mitgl. des PV u. des Sekr.; 1955 auch des Präs. des PV der DBD; 1950 – März 1990 Abg. der Volkskammer, u. a. 1971 – 76 stellv. Vors. des Geschäftsordnungsaussch.; 1953 kurzz. Minister für Land- u. Forstw. (Nachf. von  Wilhelm Schröder); dann Besuch der Zentralschule für Agrarpol. des ZK der SED in Schwerin; 1954 Staatssekr. im Min. für Land- u. Forstw.; 1955 – 63 erneut Minister für Land- u. Forstw. (Nachf. von  Paul Scholz); stellv. Vors. des Zentr. Beirats für LPG beim Min.-Rat; 1956 Mitschurin-Medaille (UdSSR); 1959 Mitgl. des ZV der VdgB (BHG); 1963/64 Hochschulstudium, Dipl.-Wirtsch.; 1963 – 67 stellv. Vors. des Landw.-Rats u. Minister, 1966 – 72 Stellv. des Vors. des Landw.-Rats bzw. Rats für landw. Prod. u. Nahrungsgüterwirtschaft u. Vors. des Staatl. Komitees für Melioration beim Landw.-Rat; 1971/72 stellv. Minister für Land-, Forst- u. Nahrungsgüterwirtschaft; 1972 Prom. an der HfÖ Berlin mit einer Diss. zur Rolle des Meliorationswesens; VVO; Vizepräs. des KB; März 1972 – Nov. 1989 Stellv. des Vors. des Min.-Rats u. Minister für Umweltschutz u. Wasserwirtschaft (Nachf. von  Werner Titel); Vors. der DDR-Sekt. des Wirtschaftsaussch. DDR – Mongolei u. KVDR sowie des Komitees für wirtschaftl. Zusammenarbeit DDR – Kuwait; 1973 Roter Arbeitsbannerorden (Mong.); 1982 stellv. Vors. der DBD; 18.11.1989 – 11.1.1990 Minister für Naturschutz, Umweltschutz u. Wasserwirtschaft in der Reg.  Hans Modrow; Dez. 1989 als Mitgl. des Präs. u. stellv. Vors. der DBD zurückgetr., kandidierte auf dem a. o. Parteitag am 27./28.1.1990 nicht mehr für den neuen PV u. beteiligte sich nachf. nicht an der Fusion von DBD u. CDU; parteilos; 1990 Altersrentner.
1994 – 2003 Vors. der Ges. zur rechtl. u. humanitären Unterstützung (in den neuen Bundesländern).

Publ.: Die Landw. in der ehem. DDR. Hamburg, Berlin 1992 (Berichte über Landw., Bd. 70); Blockflöten, oder was? Zur Geschichte der DBD 1948 – 90. Berlin 1997; Die dt. Kriegsheimkehrer. Was hat die DDR für sie getan? Berlin 2007.
Sek.-Lit.: Klemm, V.: Korruption u. Amtsmißbrauch in der DDR. Stuttgart 1991 (Anhörung von H. R. durch den Untersuchungsaussch. der Volkskammer am 18.1.1990).
SiK

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis