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Reißig, Rolf

* 28.9.1940
Sozialwissenschaftler, Leiter der Akademie für Gesellschaftswissenschaften

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Gelenau (Erzgeb.); Vater Maschinenschlosser, Mutter Strumpfnäherin; Lehrabschl. als Werkzeugschlosser u. Reifeprüfung; 1958 SED; 1958 – 62 Studium der Philos. u. Geschichte an der KMU Leipzig; anschl. bis 1964 Assistent an der MLU Halle; ab 1967 Aspirant am Franz-Mehring-Inst. Leipzig; 1968 dort Prom. mit einer Arbeit über die Funktion von Gewerkschaften in westl. Industrieges.; 1970 Doz. an der Sekt. Philos./Wiss. Soz. der KMU Leipzig, Aufbau u. bis 1978 Ltg. eines Lehrstuhls für soziale Bew.; 1976 im Zusammenhang mit einer Diss.-Betreuung Parteiverfahren wegen »abweichender«, »anarcho-syndikalist.« Positionen; 1978 Wechsel an die AfG; 1980 Habil. mit einer Arbeit zu Arbeiter- u. sozialen Bew. in westl. Ges.; 1981 ord. Prof. an der AfG; seit 1982 tätig auf dem Gebiet der Friedensforschung (sein Buch »Aufstehen für den Frieden. Friedensbew. heute«, Berlin 1982, wurde nach Erscheinen auf Veranlassung  Kurt Hagers eingestampft); ab 1983 Ltr. des Inst. für Wiss. Soz., Mithrsg. des Lehrbuchs »Wiss. Soz.«; Teiln. an gem. Kolloquien der AfG u. der Grundwertekommission der SPD, für die DDR-Seite maßgebl. Mitautor des Positionspapiers »Der Streit der Ideologien u. die gem. Sicherheit« (1987), nach Darstellung seiner Position zu Dialogfähigkeit u. Wettbewerb der Systeme sowie zu Demokratie u. Menschenrechten in der »Berliner Ztg.« sowie bei Veranstaltungen der Friedrich-Ebert-Stiftung in Freudenberg u. des Aspen-Inst. in Berlin (West) 1987/88 heftige Kritik durch Mitgl. des PB; Ende 1987 maßgebl. beteiligt an der Bildung einer ost-westdt. Arbeitsgr. zu Problemen des Systemvergleichs, galt seitdem unter westl. Kollegen als »krit. Reformer«; 1987/88 Bemühungen um eine Umprofilierung des Inst. für Wiss. Soz. zu einem politikwiss. Inst., 1988 Ausarbeitung einer Konzeption zum Aufbau der Disziplin Politikwiss. in der DDR, Ablehnung durch die SED-ZK-Abt. Wiss. mit der Begründung, daß die »DDR keine gesonderte Politikwiss. benötigt«; im Nov. 1989 nach Rücktritt der Rektoren von den Mitarbeitern zum Ltr. für die Umstrukturierung der AfG gewählt; 1989/90 Mitbegr. der Ges. für Politikwiss. in der DDR (Auflösung im Kontext der dt. Vereinigung); März 1990 Umberufung zum Prof. für Pol.-Wiss.; Mitbegr. u. seit März 1990 gewählter Ltr. des Brandenburg-Berliner Inst. für sozialwiss. Studien (BISS e. V.); lebt in Berlin.
1996 Mitarb. im Arbeitsstab zur Gründung des »Forums Ostdtl. der Sozialdemokratie«; Mitgl. des wiss. Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Mitgl. im Willy-Brandt-Kreis.
Forschungsthemen seit 1990: Transformation der ostdt. Ges. u. der dt. Vereinigungsges., Demokratie u. Parteienentw.

Publ.: Arbeiterbew. u. demokrat. Alternative. Berlin 1986; Das Ende eines Experiments. Berlin 1991 (Hrsg. mit G.-J. Glaeßner); Rückweg in die Zukunft (Hrsg.). Frankfurt (Main), New York 1993; Die gespaltene Vereinigungsges. Berlin 2000; Dialog durch die Mauer. Frankfurt (Main) 2002; Neue Chancen für alte Regionen? (Hrsg. mit M. Thomas). Münster 2005; Mitregieren in Berlin. Die PDS auf dem Prüfstand. Berlin 2005; Gesellschaftstransformation im 21. Jh. Wiesbaden 2009.
JaW

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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