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Riesenburger, Martin

* 14.5.1896, † 14.4.1965
Landesrabbiner

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Mitarb. im bekannten Berliner Textilhaus N. Israel, Mutter aus frommer ostjüd. Familie; nach dem Abitur Aufn. des Studiums der Zahnmed., Abbruch während des 1. Weltkriegs; später Unterhalt als Klavierlehrer, Kantor u. Religionslehrer; Studium an der HS für die Wiss. des Judentums in Berlin; ab 1933 Dienst in der Berliner Jüd. Gemeinde, Prediger im jüd. Altersheim in der Großen Hamburger Straße; 1939 Ordination als Rabbiner; ab 1942 nach kurzzeitiger Verhaftung unter Polizeiaufsicht; ab 1943 auf dem Friedhof der Jüd. Gemeinde in Berlin-Weißensee tätig.
11.5.1945 Predigt zum ersten öffentl. Gottesdienst Berliner Juden nach dem Kriegsende; maßgebl. Beteiligung am Neuaufbau der Berliner Gemeinde; 1948 – 58 Predigten in den 14tägigen Sendungen des Berliner Rundfunks zur Sabbat-Feier; 1953 Vors. der Jüd. Gemeinde Berlin (Ost), nachdem im Jan. 1953 die Ltg. der Berliner Jüd. Gemeinde vor dem Hintergrund der antizionist. Kampagnen im sowj. Machtbereich (SED-ZK-Beschluß »Lehren aus dem Prozeß gegen das Verschwörerzentrum Slánský« vom 20.12.1952) u. der Flucht mehrerer jüd. Gemeindevorsteher aus der DDR ihren Sitz nach Berlin (West) verlegt hatte; Einweihung der Synagoge Rykestraße in Berlin-Prenzlauer Berg; Mitarb. im Friedensrat; 1961 Berufung zum Landesrabbiner; Dr. h. c. der Jur. Fak. der HU Berlin; 1956 u. 1961 VVO; 1987 Benennung einer Straße in Berlin-Hellersdorf nach R.

Publ.: Also spricht dein Bruder. Predigten. Berlin 1958; Das Licht verlöschte nicht. Dokumente aus der Nacht des Nazismus. Berlin 1960.
JaW

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