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Rompe, Arthur Alexander (»Aljoscha«)

* 20.10.1947, † 23.11.2000
Punksänger

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Schauspieler u. Schweizer Staatsbürger, Mutter Dolmetscherin, Adoptivvater  Robert R. Physiker u. SED-Funktionär; POS, 1962 – 66 Abitur u. Berufsausb. Elektromechanik an der Humboldt-EOS Berlin-Köpenick; 1967 – 71 Studium an der HU-Berlin, Dipl.-Physiker; 1971 – 73 NVA in Frankfurt (Oder); bis 1981 Techniker in der DBA, Tontechniker, Kellner, Privatsekr. bei Robert R. an der AdW, dann bis 1989 Tontechniker bei den Gruppen »Mondie« u. »Kanül«; seit Anfang der 1970er Jahre in versch. kulturopp. Kreisen in Berlin aktiv; ab 1972 systemat. Überwachung durch das MfS (OPK »Rompe«, OV »Kalender«, OPK »Schweizer«); 1975 Org. von Vorträgen zur jugoslaw. Arbeiterselbstverw. im Berliner Jugendklub »Box« (mit  Carlo Jordan); ab 1975 Gasthörer u. Honorartätigkeiten an der Sektion Biol. der HU Berlin; 1978 drei Monate U-Haft beim MfS wegen Verbreitung eines Kalenders mit »staatsfeindl.« Motiven, Einstellung des Ermittlungsverfahrens; seit 1980 Schweizer Staatsbürger, Reisen in die USA u. nach Westeuropa, Schweizer Stipendium für ein Studium der Theaterwiss. an der FU Berlin; 1983 Mitbegr. der Punkband »Feeling B« mit Paul Landers (Gitarre) u. Christian Lorenz (Keyboard); 1987 wird die Band berühmt durch den DEFA-Dok.-Film über die DDR-Rockszene »Flüstern u. Schreien« (Regie: Dieter Schumann); legendäre Titel: »Mix mir einen Drink«, »Wir woll’n immer artig sein«; 1989 Amiga-LP »Hea Hoa« (erste Punk-Platte in der DDR); Aufnahmen auf versch. Samplern; 1990 Mitgl. des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS u. der AG Sicherheit des Zentralen Runden Tischs; Besetzung des Hauses Schönhauser Allee 5 (Auflösung 1999), dort Gründung des soziokulturellen Projekts »Autonome Aktion Wydoks« (mit  André Greiner-Pol); Mai 1990 Kand. bei den Kommunalwahlen in Berlin-Prenzlauer Berg für die Liste »Autonome Wydoks«.
1991 LP »Wir kriegen euch alle«; 1993 LP »Die Maske des roten Todes«; Trennung der Band, Landers u. Lorenz gründen 1994 die später internat. erfolgr. Gruppe »Rammstein«, R. tritt mit neuer Besetzung weiter unter »Feeling B« auf, letztes Konzert am 2.10.1999 in Weißwasser; gest. an einem Asthma-Anfall in Berlin, beigesetzt auf Hiddensee.
Gilt als charismat. Repräsentant der DDR-Punk-Bewegung u. eine der zentralen Figuren der opp. Kulturszene in Berlin-Prenzlauer Berg.

Sek.-Lit.: Galenza, R., Havemeister, H.: Wir wollen immer artig sein ... Berlin 1999; Dies.: Mix mir einen Drink – Feeling B. Berlin 2002; Dok.-Film: »Achtung. Wir kommen. Und wir kriegen euch alle«. 2001 (Regie Carl G. Hardt).
JaW

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