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Schacht, Ulrich

* 9.3.1951, † 16.9.2018
Schriftsteller, Journalist

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. im Frauenzuchthaus Hoheneck (Stollberg, Sachsen); Vater sowj. Offz., Mutter bis 1954 aus pol. Gründen inhaftiert; aufgew. in Wismar; bis 1965 Grundschule; bis 1968 Bäckerlehre; Hilfspfleger in der Psychiatrie; Studium der Ev. Theol. in Rostock u. Erfurt; Arbeit am Schweriner Staatstheater; Beobachtung u. Verfolgung durch das MfS seit 1970, OV »Vereinigung«; demonstrierte 1970 in Prag am Grab von Jan Palach, deshalb kurzz. Inhaftierung in der DDR; 1973 Verhaftung wegen seines Einsatzes für einen demokrat. Soz., Verurteilung zu sieben Jahren Freiheitsentzug (»staatsfeindl. Hetze«); 17.11.1976 Freikauf in die Bundesrep. Dtl.; lebte in Hamburg, seit 1998 in Schweden; Studium der Politikwiss. u. Philos.; 1976 – 92 SPD; seit 1984 Feuilletonred. der »Welt«; 1987 – 98 ltd. Red. für Kulturpol. der »Welt am Sonntag«; seither freiberufl.; erhielt für mehrere Lyrikbände u. a. den Andreas-Gryphius-Förderpreis, den Theodor-Wolff-Preis für hervorragende journalist. Leistungen, ferner das Stipendium des Alexander-Zinn-Preises; 2007 Dresdner Stadtschreiber; lebte in Schweden als freier Schriftsteller, gest. in Förslöv/Schweden.

Publ.: Traumgefahr. Pfullingen 1981; Scherbenspur. Zürich 1983; Hohenecker Protokolle. Zürich 1984; Brandenb. Konzerte. Stuttgart 1989; Lanzen im Eis. Stuttgart 1990; Gewissen ist Macht. Notwendige Reden, Essays, Kritiken zu Lit. u. Pol. in Dtl. München 1992; Die selbstbewußte Nation. Berlin 1994; Für eine Berliner Rep. München 1997 (Mithrsg.); Verrat. Die Welt hat sich gedreht. Berlin 2001; Die Treppe ins Meer. Hauzenberg 2003; Gott mehr gehorchen. Gießen 2005 (Mitautor); Hohenecker Protokolle. Leipzig 2009.
SiF

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