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Scheel, Heinrich

* 11.12.1915, † 7.1.1996
Historiker, Präsident der Historiker-Gesellschaft

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Besuch der reformpädagog. Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin; 1932 KJVD; 1935 Studium der Germanistik, Geschichte u. Anglistik an der Univ. Berlin; aktiv im Widerstand, seit 1939 Mitgl. der Widerstandsgr. Harro Schulze-Boysen / Arvid Harnack; 1942 Verhaftung u. Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus, 1942 – 44 Zuchthaus, KZ Aschendorfer Moor, Festung Torgau, Bewährungsbat.; 1944 Kriegsgefangenschaft.
Nach der Rückkehr 1946 SED u. bis 1949 Ltr. der Schulfarm Scharfenberg in Berlin-Tegel; 1949 Dir. des Hauses der Kinder; Mitarb. beim Hauptschulamt von Groß-Berlin; Doz. an der PH Berlin; Assistent an der HU Berlin; 1956 Prom. mit einer Arbeit über rev.-demokrat. Volksbew. in Südwestdtl. 1795 – 1801; 1956 wiss. Mitarb. am Inst. für Geschichte bei der DAW; 1960 Habil. über Süddt. Jakobiner; 1960 – 64 Sekr. der SED-Parteiltg. der DAW; Prof. an der HU Berlin; 1961 – 68 stellv. Dir. des Inst. für Geschichte der DAW; 1969 Ord. Mitgl. der DAW; 1972 – 84 Vizepräs. der AdW; 1976 Dr. h. c. der HU Berlin; 1977 NP; 1978 ausw. Mitgl. der Poln. AdW; 1980 – 90 Präs. der Hist.-Ges. (Nachf. von  J. Streisand); 1984 – 90 Ltr. der Arbeitsstelle zur Geschichte der Schulze-Boysen / Harnack-Widerstandsorg. bei der AdW; 1975 VVO; 1980 KMO; 1985 Ehrenspange zum VVO; gest. in Berlin.
H. S. hatte als Mitgl. versch. wiss., parteil. u. staatl. Gremien starken wissenschaftspol. Einfluß auf die Entw. der DDR-Geschichtswiss.; hauptsächl. Forschungsgebiete waren die dt. Geschichte des 18./19. Jh. u. die Schulze-Boysen / Harnack-Widerstandsgr.; internat. Beachtung fanden insbes. seine Arbeiten über »Süddt. Jakobiner« (Berlin 1962 u. a.) sowie »Die Mainzer Rep.« (3 Bde. Berlin 1975, 1981, 1989).

Publ.: Jakobin. Flugschriften aus dem dt. Süden (Hrsg.). Berlin 1965; Vor den Schranken des RKG. Berlin 1993 (Autobiogr.); Autobiograph. Aufzeichnungen. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät 1996 (6).
ISK

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