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Schiffer, Eugen

* 14.2.1860, † 5.9.1954
Präsident der Zentralverwaltung für Justiz

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); dort Gymnasium; Jurastudium in Breslau, Leipzig u. Tübingen; 1880 Eintritt in den Justizdienst; 1885 – 87 Gerichtsassessor; bis 1900 Amtsrichter in Hoyerswerda; ab 1900 LG-Rat in Magdeburg; ab 1906 Mitgl. des Preuß. Kammergerichts u. ab 1910 des Oberverw.-Gerichts; als Nationalliberaler ab 1903 Mitgl. des Preuß. Abgeordnetenhauses u. ab 1911 des Dt. Reichstags; 1917 Unterstaatssekr. im Reichsschatzamt; 1919 Mitbegr. u. Fraktionsvors. der DDP in der Nationalvers. u. im Reichstag; 1919/20 Reichsfinanzmin., Justizmin. u. Vizekanzler; nach Verlassen der DDP 1924 Mitbegr. der Liberalen Vereinigung; ab 1925 Rechtsanwalt; Präs. der Verw.-Akad. Berlin u. Mithrsg. der »Dt. Juristenztg.«; zahlr. Veröff., in denen er »Volksfremdheit des Rechts, Weltfremdheit der Richter, Rechtsfremdheit des Volkes« beklagt; in der NS-Zeit pol. u. rass. verfolgt, überlebte im Berliner Jüd. Krankenhaus.
1945 Mitbegr. der LDPD, Mitgl. ihres PV u. des Zentr. Blocks; 1945 – 48 Präs. der Dt. ZV für Justiz; schlug Anfang 1947 den Parteien in allen Besatzungszonen vor, eine nat. dt. Repräsentation für die Außenministerkonferenz in Moskau zu bilden, die Initiative scheiterte; 1948/49 Mitgl. des Dt. Volksrats u. 1949/50 der Prov. Volkskammer; 1950 Vors. ihres Verfassungsaussch.; 1950 Dr. jur. h. c. (MLU Halle); gest. in Berlin (West).

Publ.: Die dt. Demokratie nach den Reichstagswahlen. Berlin 1920; Die dt. Justiz. Grundzüge einer durchgreifenden Reform. Berlin 1928; Sturm über Dtl. Berlin 1931; Ein Leben für den Liberalismus. Berlin 1951.
HME

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