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Schilling, Walter

* 28.2.1930, † 29.1.2013
Pfarrer der »Kirche von unten«

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Sonneberg, aufgew. in Oberlind (Thür.); Vater Superintendent; 1948 Abitur; anschl. landw. Gehilfe in Wersen (Westf.); 1949 Ev. Studentenwerk Villigst, Werkstudium im Bergbau; 1950 – 55 Studium der Theol. in Münster, Heidelberg u. Jena; nach dem Ersten Theolog. Examen 1955 Vikar in Königsee u. Braunsdorf (Krs. Rudolstadt); nach dem Zweiten Theolog. Examen 1957 Ernennung zum Krs.-Jugendpfarrer; ab 1959 Aufbau u. Ltg. eines kirchl. Jugendheims; seit 1968 maßgebl. Beteiligung an der Konzipierung u. am prakt. Aufbau der offenen sozialdiakon. Jugendarbeit in Thür., begleitet von Konflikten mit kirchl. Behörden u. dem MfS; 1974 Absetzung als Ltr. des Jugendheims u. Schließung des Hauses auf Betreiben des MfS unter Mitw. kirchenltd. IM; in den 80er Jahren wegen vielfältiger Kontakte zu opp. Gruppen durch das MfS überwacht; 1987 Mitorg. des »Kirchentags von unten«, fortan wichtigster Inspirator, Organisator u. Repräsentant der aus der »offenen Arbeit« hervorgegangenen »Kirche von unten«, zu deren theolog. Begleiter er 1989 durch die Ev. Kirche Berlin-Brandenb. berufen wurde; Herbst 1989 Beteiligung an Protestaktionen in Berlin; Mitarb. im Unabh. Untersuchungsaussch. für die polizeil. Übergriffe vom 7./8.10.1989 in Berlin.
Ab 1990 Ltr. des Heims für »offene Arbeit« in Braunsdorf; Berater der Thür. Kirche für die Aufarbeitung von MfS-Verstrickungen; 1994 Ruhestand; 1995 Menschenrechtspreis der Stadt Weimar; lebte in Dittrichshütte (Thür.); gest. in Saalfeld.
Publ. zu Grundlagen der »offenen Arbeit« sowie zum Verhältnis zw. Kirche u. MfS.

Sek.-Lit.: Hildebrand, G.: W. Sch. In: Kowalczuk, I.-L., Sello, T.: Für ein freies Land mit freien Menschen. Opp. u. Widerstand in Biogr. u. Fotos. Berlin 2006.
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