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Schmellenmeier, Heinz Paul Philipp

* 6.1.1909, † 31.8.1994
Physiker, Rektor der THC Leuna-Merseburg

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Beamter im Telegraphendienst; 1920 – 27 Königstädt. Oberrealschule in Berlin, Abitur; nach anfängl. Studium der Germanistik u. Gesch. ab 1929 Studium der Physik u. Chemie an der Univ. Berlin, dort 1935 Prom.; ab 1932 Mitarb. der Studiengesell. für elektr. Beleuchtung (OSRAM), dort Schüler von Marcello Pirani; 1932 KPD, 1936 wg. illeg. Arbeit 5 Monate bei der Gestapo in U-Haft; danach u. a. bei der C. Lorentz AG in Berlin beschäftigt; 1941 Gründung des »Entwicklungslaboratoriums Dr. Schmellenmeier« in Berlin-Lankwitz, das u. a. für das Heereswaffenamt das »Rheotron« (Betatron) weiterentwickeln sollte (u. jüd. Mitarb. vor der Deportation bewahrte), 1944 Verlagerung des Labors nach Oberoderwitz (Oberlausitz).
1946 Rückkehr nach Berlin; versch. Tätigkeiten, u. a. in der Zentralverw. für Volksbildung der SBZ; 1947 – 49 Mitarb. am Inst. für Lehrmittelforschung der HU Berlin; 1950 – 56 Prof. für Physik u. Dir. des Inst. für Experimentalphysik der PH Potsdam; 1953 Habil.; 1956 – 61 Prof. u. Dir. des Inst. für Techn. Physik u. 1958 – 61 Rektor der TH für Chemie Leuna-Merseburg (Nachf. von  Eberhard Leibnitz), 1961 – 66 Dir. der Forschungsstelle für Techn. Gasentladungen bei der DAW in Potsdam, 1967 – 71 Sonderbeauftragter für Werkstoffkunde der Elektronik der DAW; ab 1955 Mitgl. im Präsidialrat u. ab 1965 Vors. der Kommission Wiss. des KB; 1974 em.; VVO; Pestalozzi-Med.; Med. Kämpfer gegen Faschismus; Gustav-Hertz-Med. der Physikal. Gesell. der DDR; gest. in Berlin.
Forschungsschwerpunkt: (licht-)techn. Gasentladungsphysik u. Galvanotechnik; 1953 konnte S. künstl. Diamanten als Produkt von Acetylen-Gasentladungen herstellen.

Publ.: Kohlenstoffschichten mit Diamantstruktur. In: Ztschr. für physikal. Chemie (1956) 205; Licht u. Beleuchtung. Zur Gesch. der Lichttechnik. Berlin 1982.
Sek.-Lit.: Waloschek, P.: Todesstrahlen als Lebensretter. Hamburg 2004.
HoK

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