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Schmidt, Hans-Dieter

* 29.3.1927, † 4.6.2007
Psychologe

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Schwachenwalde (Krs. Arnswalde, Brandenburg / Chłopowo, Polen), aufgewachsen in Perleberg; Vater Lehrer; ab 1933 Schulbesuch in Perleberg mit Unterbrechung durch Arbeitsdienst, Wehrdienst u. Kriegsgef.
1946 Abitur; 1946 – 49 Neulehrer in Kleinow bei Perleberg (nach 1. Lehrerprüfung 1948 Schulamtsanwärter); seit 1949 zunächst Studium der Pädagogik, ab 1951 Studium der Psychol. an der HU Berlin, dort 1953 Dipl.; 1953 – 56 Ass. am Inst. für Psychol. der HU Berlin; 1956 Prom. mit der Studie »Das Verhalten von Haushunden in Konfliktsituationen«; Schüler von Kurt Gottschaldt; 1957 – 59 dessen Ass. in der Arbeitsstelle für experimentelle u. angewandte Psychol. der DAW in Berlin; 1959 – 60 Mitarbeiter am Inst. für päd. Psychol. der HU Berlin; 1960 – 63 Doz. am neugegr. Inst. für Psychol. der FSU Jena; seit 1963 Mitarbeiter am Institut für (bzw. seit 1968 Sektion) Psychol. der HU Berlin, dort 1966 Habil. mit »Experimentellen Studien über das Verhalten in unsicheren u. Risikosituationen«, 1966 Doz. für Psychol., 1968 außerord. Prof., 1969 ord. Prof. zunächst für Klin. Psychol., ab 1975 für Entwicklungspsychol.; 1969 / 70 durch Rechtsanwalt  Friedrich Karl Kaul benannter Gutachter im Essener Prozeß gegen Wachleute des KZ Dora u. im 2. Sachsenhausen-Prozess in Köln; 1970 – 73 Dir. der Sektion Psychol. der HU Berlin; 1972 Pestallozzi-Med.; Nov. 1976 Kritik an der Ausbürgerung von  Wolf Biermann, infolgedessen Repressalien; 1982 Aufsatz »Das Bild des Kindes – seine Norm u. ihre Wirkungen« – Gegenstand erbitterter Anfeindungen durch die offz. DDR-Pädagogik; 1989 Mitglied der Unabh. Untersuchungskommission der Berliner Stadtverordnetenversamml. zur Aufklärung der polizeil. Übergriffe am 6. u. 7. Oktober 1989.
1990 – 94 diverse Universitäts- u. Institutsfunktionen, u. a. Ltr. des Fachbereichs Psychol., Mitgl. der zentralen Personal- u. Strukturkommission, des Konzils u. des Akadem. Senats der HU, 1992 / 93 amt. Prorektor für Geistes- u. Sozialwiss. der HU Berlin; 1993 em.; danach Unterstützung des Aufbaus des Fachbereichs Psychol. der Univ. Potsdam; 1997 Dr. h.c. der Univ. Potsdam; gest. in Berlin.
Sch. hat als repräsentativer u. krit. Vertreter der DDR-Psychologie eigenständige Beiträge zur Entwicklungs- u. Persönlichkeitspsychol. vorgelegt u. praxisrelevant vermittelt, sein (an Heinz Werner anknüpfender) entwicklungspsycholog. Ansatz unterschied sich in seinen reformpädagog. Prämissen deutlich von der offiziellen DDR-Pädagogik u. Päd. Psychol.; Sch. hat u. a. zur entscheidungsbasierten Begründung des Vorsatzes im DDR-Strafrecht beigetragen.

Publ.: Allg. Entwicklungspsychologie. Berlin 1970; Entwicklungswunder Mensch. Leipzig 1980; Schritt um Schritt – die Entw. des Kindes bis ins 7. Lebensjahr. Berlin 1985 (Mithrsg.); Grundriß der Persönlichkeitspsychologie. Berlin, Frankfurt (Main) 1985; Dem Kinde zugewandt: Überlegungen u. Vorschläge zur Erneuerung des Bildungswesens. Hohengehren 1991; Texte zwischen Ja u. Nein. Selbstbefragungen eines DDR-Psychologen. Bielefeld 1997 (Autobiogr.); Damals im Braunland. Berlin 2005 (Autobiogr.).
Sek.-Lit.: Rösler, H.-D., Rauh, H.: Nachruf
DiH; UlJ

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