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Schmidt, Martin

* 13.6.1905, † 16.6.1961
Präsident der Deutschen Notenbank

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Köln; Vater Sattler u. Beamter, Mutter Schneiderin; Volksschule u. Gymnasium in Köln, Mainz u. Saarbrücken, 1924 Abitur; 1924 – 26 Ausbildung zum Kfm. in Hamburg; 1926 – 28 Einkäufer für den Nahen u. Fernen Osten; Studium der Wirtschaftswiss.; 1928 – 30 kfm. Angest. in Dresden; 1930 – 32 in Düsseldorf; 1932/33 Ltr. einer Exportabt.; 1929 – 33 Mitgl. der Gewerkschaft ZdA; 1929 KPD Dresden; 1930 Mitarb. des KPD-Nachrichtendienstes bzw. AM-Apparats in Düsseldorf, zuständig für SPD u. Polizei; Lehrer an der MASCH; ab 1931 Mitgl. der KPD-BL Niederrhein; ab 1933 illeg. lebend; 1933 Agit.-Prop.-Sekr. u. Mitgl. des KPD-Sekr. Niederrhein; 1934 Besuch der M-Schule bei Moskau (»Emil Müller)«; danach Ltr. des AM-Apparats Nord- u. Mitteldtl. u. Berlin, zuständig für NSDAP, SS, Polizei u. Reichswehr (»Emil«, »Fritz«, »Albrecht«); Okt. 1935 verhaftet, U-Haft in der Gestapozentrale u. im Columbia-Haus; wurde als vermeintl. Ltr. des Berliner KPD-Abwehrapp. im Okt. 1936 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, 1935 – 45 Haft im Zuchthaus Brandenb.
Mai 1945 KPD, Stadtrat im Berliner Magistrat, Ltr. der Personalabt. im Polizeipräs.; 1946 SED; 1946 – 49 stellv. Ltr. der Abt. Personalfragen u. Verw. beim Magistrat der Stadt Berlin u. im Berliner Polizeipräsidium, zuständig für das Aufspüren von NS-Akten; nach der Spaltung Berlins 1948/49 Mitgl. des Magistrats von Ost-Berlin; 1949 – 53 Stadtkämmerer bzw. Stadtrat für Finanzen von Berlin; 1950 – 53 Abg. der Volkskammer (Berliner Vertreter); 1952 Prof. für Finanzwesen an der Wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin, Dir. des Inst. für Finanzwesen; 1953/54 Ltr. der HV Abgabenverw. des Min. für Finanzen; 1954 –58 stellv. bzw. 1. Stellv. des Min. für Finanzen, zuständig für die Bereiche Banken u. Kredite bzw. Staatshaushalt; Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Wirtschaftswiss.«; 1956 Dr. rer. oec.; 1956 VVO; 1958 – 61 Präs. der Dt. Notenbank (Nachf. von  Greta Kuckhoff); 1960 Banner der Arbeit; gest. in Berlin.

BRB

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 13. Juni 1905 in Köln, Sohn eines Sattlergesellen und späteren Beamten. 1924 Abitur, dann Lehre als kaufmännischer Angestellter, von 1926 bis 1928 Exportkaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaften. 1926 Mitglied der KPD, ab 1928 kaufmännischer Angestellter in Dresden, von 1930 bis 1933 in Düsseldorf. Seit 1930 war Schmidt Mitarbeiter des AM-Apparats in Düsseldorf, u. a. zuständig für die »Zersetzung« von SPD und Polizei. Er gehörte ab 1931 der BL Niederrhein an und war 1933 verantwortlich für Agitation und Propaganda im Sekretariat der illegalen BL Niederrhein. 1933/34 absolvierte er einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Emil. Nach seiner Rückkehr Leiter des AM-Apparats für Nord- und Mitteldeutschland sowie Berlin. Er wurde am 30. Oktober 1935 verhaftet, im November 1936 vom VGH zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, saß bis 1945 im Zuchthaus Brandenburg. Nach der Befreiung war Schmidt bis Mai 1949 stellvertretender Leiter der Magistratsabteilung für Personalfragen in Berlin, nach Spaltung der Stadtverwaltung Ende 1948 Stadtkämmerer für Finanzen des Magistrats von Ost-Berlin. 1954 Stellvertreter bzw. 1. Stellvertreter des Ministers der Finanzen der DDR, von 1955 bis 1958 Professor für Finanzwesen der Humboldt-Universität, danach Präsident der Deutschen Notenbank der DDR. Martin Schmidt starb am 16.Juni 1961.

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