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Schneider, Georg

* 25.3.1909, † 6.6.1970
Zoologe, Direktor des Ernst-Haeckel-Hauses in Jena

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Saarbrücken; Volks- u. Aufbauschule in Gotha; 1928 – 31 Studium der Naturwiss., insbes. Zoologie an der Univ. Jena; 1931 St.-Ex. für Volksschullehrer; 1930 KPD; 1931 Übersiedl. in die UdSSR; 1931 – 32 Lehrer am Pädagog. Technikum Marxstadt u. 1932 – 36
an der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau;
1936 – 41 wiss. Mitarb. am Labor für Entwicklungsmechanik des Sewerzow-Inst. für Evolutionsmorphol. der AdW in Moskau (ab 1941 in Frunse); 1941 – 43 Sanitätsinspekteur im Swerdlowsker Raum; 1943 – 45 Lehrer an einer Schule für Kriegsgefangene in Iwanowo, zul. am Inst. 99 in Moskau.
Juni 1945 Rückkehr nach Dtl.; fortan in enger Verb. zu  Walter Ulbricht; Okt. 1945 Prom. zum Dr. rer. nat. an der FSU Jena; 1945 – 46 Agitprop-Sekr. der KPD-LL Thür.; 1946 Lehrer an der PHS in Kleinmachnow; 1947 – 51 Lehrbeauftr. für »Wirtschaftl., pol. u. kulturelle Probleme der Sowjetunion« der Ges.-wiss. Fak. der FSU; zugl. stellv. Dir. des Ernst-Haeckel-Hauses; 1951 – 59 Prof. mit Lehrauftrag für Theoret. Biol. der Mathemat.-naturwiss. Fak.; Dir. des Ernst-Haeckel-Hauses (Inst. für Geschichte der Zool. u. Entwicklungslehre) u. Ltr. der Abt. für experiment. Biol. im Abbeanum; 1951 – 53 zugl. Ltr. des Lehr- u. Versuchsguts Remderoda der FSU; 1950 – 54 Mitgl. der Volkskammer; 1954 – 58 Abg. des Bez.-Tags Gera; 1959 Beurlaubung von der Univ.; 1960 – 62 Kulturattaché an der Botschaft der DDR in Moskau; 1962 – 70 Prof. mit Lehrauftrag für Theoret. Biol. an der FSU Jena; gest. nach einem Verkehrsunfall in Jena.
G. S. galt als führender, dogmat. Verfechter lyssenkoistischer Doktrinen (»schöpfer. Darwinismus«, »Agrobiol.« u. a.).

Publ.: Über die Vererbung erworbener Eigenschaften. In: Urania (1948) 11; Die Evolutionstheorie, das Grundproblem der mod. Biol. Berlin 1950 (3. Aufl. 1952).
Sek.-Lit.: Krönig, W., Müller, K.-D.: Anpassung, Widerstand, Verfolgung. HS u. Studenten in der SBZ u. DDR 1945 – 1961. Köln 1994; Höxtermann, E.: Zur Profilierung der Biol. an den Univ. der DDR bis 1968. Berlin 1997; Krauße, E., Hoßfeld, U.: Das Ernst-Haeckel-Haus in Jena. Von der priv. Stiftung zum Universitätsinst. (1912 – 1979). In: Verhandlungen zur Geschichte u. Theorie der Biol. (1999) 3.
EkH

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