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Schnitzler, Karl-Eduard von

* 28.4.1918, † 20.9.2001
Fernsehkommentator

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin-Dahlem; Vater königl.-preuß. Legationsrat Eduard v. S.; 1924 – 34 Volksschule, Friedenaue- u. Arndt-Gymnasium; 1932 SAJ, illeg. Arbeit, 1933 kurzzeitig verhaftet; ab 1934 Internatsschule (Dt. Kolleg) in Bad Godesberg, 1937 Abitur am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln; anschl. sechs Mon. RAD; 1937 Aufnahme des Studiums der Med. in Freiburg i. Br., abgebrochen (Mitgl. im NS-Studentenbund verweigert); in Freiburg Kontakte zur illeg. KPD, Kurier u. Grenzarbeit; 1938 – 40 Ausbildung zum Kfm. in den Kabelwerken Felten & Guillaume in Köln; 1940 – 44 Wehrmacht, Sold. in Frankreich, Jugoslawien u. der UdSSR; Aug. 1941 verwundet; wg. antinazist. Propaganda Strafbattl. »999« in Afrika, erneute Verwundung, 1943 nach Frankreich, dort Verbindung zur Résistance; Apr. 1944 verhaftet in Paris, aus der U-Haft geflohen; militär. Widerstand bei dem Maquis, pol. Arbeit unter dt. Soldaten; Juni 1944 Antinazi-Gefangenenlager Nr 9, Ascot II (b. London); Mitarb. im dt.-spr. Dienst der BBC, verweigerte jedoch Mitarb. am brit. Soldatensender Calais (bzw. Soldatensender West); Okt. 1945 entlassen.
Okt. 1945 Rückkehr nach Dtl.; von brit. Behörden als Kommentator in Hamburg eingesetzt; Mitarb. des NWDR (Hamburg), Ltr. des Frauenfunks; Jan. 1946 Mitbegr. des NWDR (Köln) u. amt. Intendant; Ltr. der pol. Abt. des NWDR; Kontakte zu  Max Reimann (der ihm von einem offiz. Eintritt in die KPD abriet), u.  Ewald Kaiser; zus. mit  Karl Gass u.  Karl Georg Egel pol. Red. des NWDR (Köln), zul. in Hamburg; Nov. 1947 aus pol. Gründen entlassen; Ende 1947 Übersiedl. in die SBZ; Juni 1948 SED; Mitarb. des Berliner Rundfunks u. Dtl.-Senders, Chefkommentator; ab 1948 Teiln. an der wöchentl. Gesprächsrunde »Treffpunkt Berlin«, nach Ausscheiden des Ltr. »Michael Storm« ( Markus Wolf) Ltr. der Sendung (ab 1957 auch im DFF) bis 1967; 1950 LPS »Friedrich Engels« in Liebenwalde; ab 1952 Chefkommentator des Berl. Rundfunks u. Kommentator des DDR-Fernsehens; 1952 Ehe mit der Schauspielerin Inge Keller (nach kurzer Zeit gesch.); 1956 NP (im Koll.); 1957 – 89 Mitgl der Ltg. der Leipziger »Intern. Dokumentarfilmwoche«; nach einer ZPKK-Untersuchung 1958 als Chefkommentator des Dtl.-Senders abgelöst; 1958 Ehe mit der Schauspielerin Christine Laszar (nach kurzer Zeit gesch.); 21.3.1960 – 30.10.1989 Autor u. Moderator der Sendung »Der schwarze Kanal« (1.519 Folgen); 1967 – 89 Mitgl. des ZV des VDJ; 1968 Banner der Arbeit; 1968 –89 Ltr. der Kommentatorengr. des Staatl. Rundfunkkomitees (mit  Heinz Grote,  Günter Herlt, Günter Leucht); 1978 VVO; 1978 – 89 Mitgl. des ZV der DSF; 1978 Vors. des Ges. Rats der HS für Film u. Fernsehen in Potsdam-Babelsberg; Goldener Lorbeer des Fernsehens; 1988 KMO; Mitschöpfer von Dok.-Filmen, u. a. »Du u. mancher Kamerad« (1956); »Schaut auf diese Stadt« (1962); »Die Grenze« (1966); seit 1960 verh. mit der ungar. Schauspielerin u. Sängerin Márta Rafael.
Jan. 1990 Austritt aus der SED/PDS; 1990 Mitgl. der DKP; 1991 kurzz. Kolumnist der Satire-Ztschr. »Titanic«; gest. in Königs Wusterhausen (b. Berlin).

Publ.: Dtl. u. die Welt. Kommentare 1948 – 55. Berlin 1955; Meine Schlösser oder Wie ich mein Vaterland fand. Autobiogr. Berlin 1989 (Neuaufl. Hamburg 1995); Der rote Kanal. Sichten u. Einsichten. Hamburg 1992; Provokationen. Hamburg 1994; Meine Filmkritiken 1955 – 60. Berlin 1999; Frühe Denkanstöße. Fundsachen aus dem Archiv: Erste Rundfunkkommentare 1944 – 1947. Zusammengest. von H. Grote. Berlin 2008.
Sek.-Lit.: Osang, A.: Aufsteiger – Absteiger. Berlin 1992; Dieckmann, C.: Das wahre Leben im falschen. Berlin 1998; Gerlof, K.: Gegenspieler. Gerhard Löwenthal – K.-E. v. Sch. Frankfurt (Main) 1999; Prase, T., Kretzschmar, J.: Propagandist u. Heimatfilmer. Die Dokumentarfilme des K.-E. v. Sch. Leipzig 2003; Nähle, K.: »Der schwarze Kanal«. Marburg 2005; Levasier, M.: »Der schwarze Kanal«. In: Wilke, J. (Hrsg.): Journalisten u. Journalismus in der DDR. Köln 2007.
BRB

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